Dienstag, 18. September 2012

Der letzte Eintrag ist schon ein wenig her, deshalb fasse ich die Erlebnisse mal ein wenig zusammen.

Jule, Hanna und ich sind für 11 Tage miteinander umhergereist. Ich bin am 18. Abends auf der Insel Bastimentos im Hostel Bocas Bounds angekommen und habe die beiden gerade in der Küche erwischt, wie sie gerade das Abendbrot gemacht haben. Ich bin etwa gegen 7 Uhr angekommen und konnte den Sonnenuntergang gerade vom Boot aus betrachten.
Die Sonne ging über dem Pazifik unter. Dadurch warf sie ihre letzten Strahlen über dem hoch gelegenen Nationalpark Amistad durch ein paar Kumulus Wolken und tauchte letztendlich sie gesamte Küste erst in ein orangenes und später in ein rosanes Licht.
Die Inseln bilden eine Art natürlichen Wellenbrecher, wodurch es praktisch keine Wellen vor der Küste gibt und das Wasser fast immer sehr ruhig ist.

Im Bocas Bounds blieben wir dann noch 3 Tage gemeinsam. Die Mädels waren bereits einige Tage früher angekommen. Von der Insel unternahmen wir eine Tagestour mit dem Boot, wo wir Delphine, eine traumhafte Inseln mit weißem Strand und ein Korallenriff sahen. Außerdem gingen wir am berühmten Red Frog Beach und dem Long Beach entlang, wo wir noch einmal schnorcheln gingen.
Da es auf Bastimentos keine Möglichkeit gab einzukaufen und wir Bocas del Toro auf der Isla Colón erkunden wollten, wechselten wir die Insel und kamen im erstbesten Hostel namens International Hostel unter. Wie sich später herausstellte war das Hostel sogar sehr gut und günstig. Praktischerweise lag direkt auf der anderen Straßenseite eine Tauchschule, die Tauchausflüge anbot.
Ich nutzte die Gelegenheit und ging zwei mal von dort aus tauchen.
Wir besuchten im ersten Tauchgang eine Kante in 15 Meter Tiefe von wo es weitere 40 Meter tief hinunter ging und im zweiten Tauchgang eine alte Autofähre, die früher zwischen Amistad und Bocas del Toro verkehrte. Wir konnten sehr viele tropische Fische (im Fall von den Wrackfischen bis zu 1,5m groß), Schwämme, Tintenfische, Seesterne und Korallen sehen.

Nach den Inseln besuchten wir den Nationalpark Amistad für zwei Tage. Das östliche Ende von Amistad ist nicht besonders entwickelt, während das westliche Ende sehr tourisisch ist. Wir kamen in einer alten Miltärbarake unter, die von den Native Americans geführt wurde. Um überhaupt in das Camp gelangen zu können, mussten wir mit einem Einbaum über eine reißenden Fluß übersetzen. Am zweiten Tag unternahmen wir eine Dschungeltour und bekamen auf Spansich erklärt, wie die Pflanzen und Bäume des Regenwaldes für die unterschiedlichsten Dinge benumtzt werden kann. Uns wurde erklärt, aus welchen Palmen man die Panamahüte macht und aus welchen Bäumen man die Einbäume haut. Der Baum ist witzigerweise super giftig und darüber hinaus auch noch mit tausenden Stacheln übersäht. Wenn man einen Einbaum aus diesem Baum in einem kleinen Fluß benutzt, sterben die Fische im Fluß.
Wir bekamen auch die Chance ein Faultier aus nächster Nähe zu sehen und dieverse Pfeilgiftfrösche zu fotografieren.
Nach dem Nationalpark fuhren wir weiter über David nach Las Lachas an der Pazifikküste. Der Monat für die beiden Mädchen ging zu Ende und Las Lachas lag schon auf dem Weg nach Panama-City. Von Las Lachas aus nahmen wir ein Taxi, was uns direkt bis an den Strand für, wo wir ein kleines italienisches Hippie-Hostel ins Auge gefasst hatten. Dort blieben wir 3 Tage. In unmittelbarer Nähe zum pazifischen Strand.

Von dort ging es weiter nach Panama-City, wo wir uns für 2 Tage im Mama Llena einmieteten. Am ersten Tag erkundeten wir die Stand, oder besser die Mädchen zeigten mir alles, weil sie mit ihrer Reise bereits in der Stadt gestartet waren. Wir besuchten die Mole und die Altstadt Pierto Vierjo, wo wir uns die schönen alten Häuser anschauten und den Markt hauptsächlich für Souveniere besuchten.
Am nächsten Tag gingen wir etwas später los und sahen uns im gefährlichen Teil der Stadt um. Praktisch an jeder Ecke steht dort ein Soldat und wacht über das Gewühl von Menschen. Wir wollten das Nationalmuseum zur Entstehung des Panama-Kanals besuchen. Es gelang uns auch irgenwann. Es stellte ich als nicht so einfach heraus, weil die Panamanesen sehr zielsicher flalsch anworten, wenn sie keine Ahnung haben. Also besser eine falsche Antwort als zu sagen, das man es nicht weiß.
Das Museum war letztendlich nur ein klimatisierter Raum in einem von außen nur schwerlich als Museum erkennbaren Haus, in dem 4 Frauen saßen, die den ganzen Tag Karten spielten und Radio hörten. Eine hatte auch geschlafen. Die letzten Besucher waren 6 Tage vor uns da.
Am Abend fuhren wir auf die andere Seite der Stadt um den neuen Batman Film zu sehen.

Die Mädels flogen am darauffolgenden Tag und ich blieb einen weiteren Tag in der Stadt um mich wieder auf das alleine sein einzustimmen und ein Paket nach Hause zu schicken.
Gegen Nachmittag für ich dann die 7 Stunden zurück nach David und von dort aus in die Bergstadt Boquete, wo ich die nächsten 6 Tage verbrachte. Ich lernte viele neue Leute kennen und traf mich mit Julius, den ich aus dem Schildkrötenprojekt kannte.
Ich besuchte heiße Quellen und den Pianistenpfad alleine und besuchte einen Wasserfall zusammen mit Markus, einem Österreicher und Julius. Mit Julius bestieg ich am gleichen Tag auch noch den Vulkan Barú. Der Berg ist 3476 Meter hoch und wir mussten mehr als 2000 Höhenmeter zurücklegen um nach oben zu kommen. Dafür brauchten wir exakt 6 Stunden und kamen um 5:30 Uhr an um den Sonnenaufgang zu beobachten. Oben waren es dann auch Temperaturen um den Gefrierpunkt. Wir hielten es trotzdem über eine Stunde dort oben aus und machten ungefähr eine Million Fotos. Für den anschließenden Abstieg brauchten wir dann 4 Stunden, also ganz so wie unser übereifriger Wirt es vorhergesagt hatte. Der Abstieg hatte es allerdings in sich und wir waren irgendwann wirklich entnervt vom ständigen nach unten gehen. Absteigen ist nämlich manchmal anstrengender als das Hochsteigen.
Den nächsten Tag schonten wir uns aßen einfach nur viel. Den nächsten Tag fuhren wir Nachmittags los um am frühen Morgen in Panama-City zu sein. Julius wollte die Stand und den Kanal unbedingt sehen und so entschlossen wir uns für einen ein.Tagestrip in die Stadt. Wir kamen um 3 Uhr morgens an und gingen wieder ind Mama Llena Hostel. Wir konnten vereinbaren keine Miete zu zahlen und nur unsere Rucksäcke zur Aufbewahrung dort zu lassen. Da es aber noch Nachts war und die Stadt sehr gefährlich ist, so lange es dunkel ist, legten wir uns in den Aufenthaltsraum um unsere Nacht ein wenig nachzuholen. So eine Busfahrt ist nicht unbedingt erholsam. Ich zeigte die Altstadt und die Mole. Wir ließen auch nicht die Gelegenheit aus uns von einem Taxifahrer abzocken zu lassen und uns den Panama-Kanal von einem Aussichtspunkt aus anzuschauen. Als wir die Passage eines Schiffes beobachtet hatten mussten wir uns beeilen rechtzeitig zum Busterminal zu kommen, um mal wider die Nacht im Bus, diesmal auf den Weg nach La Fortuna in Costa Rica um die Ohren zu schlagen. Im Augenblick ist es Nachts um kurz nach 1 und wir fahren gerade auf dem Pan-American-Highway nach David, von wo aus wir umsteigen und en Bus nach San José nehmen, von wo wir nach La Fortuna weiterfahren. Wir sind so zwischen 20 und 24 Stunden bis dahin unterwegs und legen ungefähr 1200 Kilometer zurück.

Also letzte Grüße aus Panama!

Samstag, 18. August 2012


Buenos dias aus Costa Rica!

Ich sitze gerade im Bus nach Sixaola, das liegt auf der Grenze nach Panama und mich überkommt die Lust zu schreiben.
Seit dem 16. August bin ich wieder auf freien Fuß, Ich war damit über 6 Wochen völlig abgeschieden von der Außenwelt. Zwei Tage habe ich in San Jose verbracht. Einen Abend war ich mit einer Gruppe von Voluntären aus einer spanisch Sprachschule zusammen feiern. Wir sind in einen Club namens Xcape gegangen. Dort wird im Prinzip auch die gleiche Musik gespielt wie bei uns. Nur ist alles viel bunter und die Leute gehen sehr offen auf einen zu. Zumindest auf uns weiße Menschen. Es ist nicht schwer mit wildfremden Menschen über Berlin zu reden und wo man sonst am besten in Deutschland leben kann.
Ich bin die Tage mit einem aus der Sprachschule zusammen ins Galileo Hostel eingezogen der sich Julio (ausgesprochen Chulio) nennt, aber eigentlich Julius heißt. Er kennt sich sehr gut in San Jose aus und kann spanisch, was das ein oder andere Mal auch sehr nützlich war.
Mit ihm war ich vorzugsweise sehr ungesund essen, ansonsten haben wir nicht viel gemacht ausser die Annehmlichkeiten von einen Dach und sauberer und trockener Wäsche im Hostel zu genießen. Gestern Vormittag lag ich dann genießend auf meinem Bett und habe einfach mal nichts gemacht, als 2 Mädchen an mir vorbei liefen. Die Stimmen kenne ich doch, dachte ich und guckte unter dem Doppelstockbett hervor. Es waren Ami und Rachel, die zwei Research Assistants, mit denen ich über 4 Wochen zusammen im Projekt gearbeitet hatte. Sie hatten wohl davon gehört, wie ich von dem Hostel geschwärmt hatte. Wir haben uns freudig begrüßt und anschließend noch den ganzen Tag zusammen verbracht. Wir haben Pasta mit gutem Fleisch gekocht (gut deshalb, weil es nicht die Abfallprodukte von Hühnern waren), haben Fotos mit Steve Erwin gemacht (der Tierfilmer, der von einem Rochen ins Herz gestochen wurde) und haben uns lange unterhalten, während wir noch Fechten auf der Wii gespielt haben. Es war ein ganz komisches Gefühl die beiden ausserhalb des Projektes zu treffen. Irgendwie waren wir auch immer noch am Strand und haben während wir einkaufen gingen nach Schildkröten auf der Straße umgeguckt.
Die beiden werde ich wirklich vermissen.
Heute morgen haben wir uns dann alle verabschiedet. Alle drei sind kurz nach mir aufgestanden um mich zu verabschieden. Ami und Rachel werden jetzt Facebook Freunde von mir. Dann ist es offiziell.
Mit Julio habe ich mich verabredet, dass wir nochmal etwas zusammen unternehmen müssen. Er bleibt noch bis Februar in Mittelamerika. Vielleicht treffen wir uns später noch mal in Nicaragua.

Bei mir ist es jetzt gleich um 12 im Bus, während bei euch es schon um 8 ist. Ich komme euch ein wenig entgegen, denn Panama hat dann nur 7 Stunden Zeitunterschied.
Von Sixaola laufe ich über eine alte und wacklige Fußgängerbrücke (siehe Google) und fahre dann in Panama weiter nach Almirante. Von dort dann mit dem Boot zur Isla Colón, wo ich einkaufen werde und dann wieder weiter mit dem Boot zum Red Frog Beach auf Bastimentos fahre. Dort warten dann Jule und ihe Freundin auf mich.

Jetzt stehe ich an der Haltestelle Municipalidad de Matina und melde mich später wieder von Bocas Bound.

Grüße, Ben

(Geschrieben um 12 Uhr mittags, veröffentlicht um 11 Uhr abends) 

Fotos werde ich wegen der schwachen Internetverbindung nachreichen.

Montag, 16. Juli 2012


ICH LEBE!

So, das wichtigste währe damit gesagt.

Hallo liebe Familie, Freunde, Bekannte, Jony,

Bis heute hatte ich keine Möglichkeit an Internet ranzukommen und das nächste Mal wird bestimmt wieder mindestens 2 Wochen dauern.
Ich bin direkt am Atlantischen Strand, circa 2 Kilometer nördlich von der Flussmündung vom Pacuare Fluss. Ich meine Koordinaten sind 10° 14' 9'' N 83° 17' 26'' W. Ich denke wenn man diese Werte in Google Maps schmeißt, sollte meine Position dabei herauskommen. Mehr als grünen Dschungel sollte man wohl nicht auf den Fotos sehen. Entlang der Atlantikküste wurde vor einigen Jahren ein Kanal gebuddelt und die Küste ist locker besiedelt. Ich lebe wie die meisten hier auf dem schmalen Streifen zwischen Strand und Kanal. Hinter dem Kanal ist wirklich teils unerschlossener Dschungel und soweit ich weiß gibt es dort keine Häuser mehr.

Es gibt mehr zu erzählen, als ich in diesen einen Eintrag hineinpressen kann. Auf meinen Wanderungen habe ich immer wieder Zwiesprache geführt, was ich in meinen Blog schreiben möchte.
Ich kann ja einfach mal von vorne anfangen und mich dann durch meine Erlebnisse schlängeln.

Der Bus fuhr in den wärmeren Teil von Costa Rica. Bataan ist eine kleine Stadt, soweit ich sehen kann, konzentriert sich hier alles um eine einzige Straße mit kleinen Geschäften und einer Kaufhalle, die hier MegaSuper heißt. Die Bushaltestelle ist nur für Eingeweihte zu erkennen, denn es gibt kein Haltestellenschild, oder einen Hinweis auf den Bus. Man muss ein wenig Glück haben Bataan zu erwischen, wenn man hierher kommen möchte. San José hatte den ganzen Tag über eine angenehme Temperatur. Ganz anders als Bataan und der Rest der Küste. Nach dem Aussteigen wurde ich von einer Hitzewelle gepackt. Obwohl es an dem Tag bewölkt war, habe ich heftigst geschwitzt. Den anderen Neuankömmlingen ging es ähnlich. Erstaunlicherweise habe ich hier keinen einzigen Local (Einheimischen) schwitzen sehen.
Von hier aus wurden wir, eine kleine Gruppe von Voluntären, ein Britte, eine Kanadierin, zwei Amerikanerinnen, 4 deutsche Mädchen und ich, von einem Taxi mitten in den Dschungel gefahren, vorbei an riesigen Bananenplantagen. Am Fluss wurden wir von Erik, dem Stationsleiter, empfangen. Wir bestiegen ein übermotorisiertes Boot und fuhren durch langsam fließendes grünes Wasser, mitten durch riesige Palmenwälder, wie man es sonst nur aus Dokumentationen kennt. Der Fluss ist so wenig befahren, dass wir mehrmals in dem grünen, schwimmenden Teppich aus Wasserpflanzen stecken blieben, die den Fluss überwuchern. In den Bäumen saßen exotische Vögel und übers Wasser liefen auf den Hinterbeinen kleine Eidechsen. In etwa so wie Jesus es wohl gemacht hatte. Nur ein wenig schneller.
In dem Palmenwald schrien Affen und einer ließ sich dann auch blicken, als wir direkt unter ihm hindurch fuhren. Die meiste Zeit heizten wir mit atemberaubendem Tempo durch den Fluss, um nicht in den Pflanzen stecken zu bleiben. Wahrscheinlich haben wir dadurch alle Tiere verscheucht. Normalerweise sollte es auch Krokodile und Wasserschildkröten geben. Gesehen habe ich bisher aber keine.
Nach 40 Minuten Bootfahrt kamen wir im Camp an. Das Camp besteht aus einem kurzen Steg, ein paar kleinen Hütten, einer großen überdachten Veranda, genannt „El Rancho“ einem Stacheldrahtzaun zum Ufer hin und einem Volleyballfeld. El Rancho ist der Treffpunkt. Hier stehen 4 große Tische und Bänke und immer wenn man nicht schläft, oder arbeiten muss, dann ist man meistens hier. Jede Hütte hat 3 oder 4 Doppelstockbetten, jedes einzelne mit einem Moskitonetz überspannt. Die Einrichtung geschränkt sich auf die Betten und abschließbare Spinde.
Die Zahl der Bewohner schwankt ständig. Jeden Montag, oder Donnerstag gibt’s Voluntäre die abreisen, oder neu ankommen. Die Zahl schwankt zwischen 2 am letzten Wochenende und 50 zwischendurch. Es gibt neben den Leuten, die länger hier bleiben, auch Touren für Schulklassen, die nur für einen Tag hier sind und bei dem Projekt helfen.
Die Chefs hier sind Erik, der Stationsleiter, die Wissenschaftlerin Jolander, meine eigentliche Chefin, Daniela, eine Deutsche, die seit 5 Jahren in dem Projekt arbeitet und mittlerweile für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist und die drei Research Assistants Rachel, Amy und ich.
Der Hauptteil der Arbeit besteht aus nächtlichen Patrouillen am Strand und der Arbeit in den zwei Hatcherys. Der Strand ist in drei große Sektoren unterteilt und eine Gruppe patrouilliert immer für 4 Stunden zwischen 8 Uhr Abends und 4 Uhr Morgens an einem der Sektoren. Wenn ich die Schicht von 12 bis 4 Uhr habe, dann habe ich sogar deutsche Arbeitszeiten. Dann ist es bei euch zwischen 8 und 12 Uhr Mittags. Die Arbeit am Strand um diese Zeit ist allerdings eine Herausforderung. Der Himmel ist dunkel, der Strand ist schwarz und wir selbst sind dunkel gekleidet, um die Schildkröten nicht zu erschrecken. Wir dürfen kein weißes Licht benutzen und nur in Ausnahmen für kurze Zeit rotes Licht benutzen. Die Schildkröten reagieren nicht auf rotes Licht, aber die Wilderer tun es. Die meisten Menschen an der Küste sind Aussteiger aus der Gesellschaft und haben sich dort halb illegal ein neues Leben aufgebaut. Auch das Widecast Projekt dürfte offiziell dort nicht existieren. Die ersten 100 Meter vom Land sind immer öffentlich, außer jemand bekommt eine Sondergenehmigung. Offiziell wohnt aber niemand hier und sie wurden bei der letzten Volkszählung einfach umgangen. Einige Menschen hier am Strand führen ein recht verwahrlostes Leben und jagen die Schildkröten um sie zu verkaufen. Tatsächlich lebten hier anfangs alle Leute von der Schildkrötenjagd. Einer unserer Stationsarbeiter, Ronald, ist eigentlich Tierarzt, lebt aber schon seit 40 Jahren an diesem Strand. Früher jagte auch er die Schildkröten. Allerdings wurden die Tiere gejagt um sie danach auch zu essen. Eine Schildkröte ernährte damals eine Familie für einen Monat. Heute werden sie allerdings gejagt, damit sich einige Menschen ihre Drogensucht leisten können. Das Leben am Strand kostet nicht viel. Das einzige was man bezahlen muss, sind die Lebensmittel. Strom gibt es meist nicht und Wasser wird aus Brunnen geschöpft. Die meisten arbeiten auf nahegelegenen Bananenplantagen. Neun Locals werden direkt von Widecast bezahlt. Sie bekommen 8 Dollar für eine Nachtpatrouillie, oder 5 Dollar am Tag für Arbeiten wie kochen, oder das Camp in Schuss halten.
Das Geld kommt von den Voluntären, die dafür mehr für ihre Unterkunft zahlen müssen.
Zur Zeit bekommt man 160 Dollar für eine Schildkröte und 50 Cent pro Ei. Die Eier werden als Potenzmittel verkauft und die Schildkröte wird für ihr Fleisch und ihren Panzer gejagt. Aus dem Panzer wird meist Schmuck hergestellt. Die Jagt und der Verkauf ist zwar streng verboten, aber es gibt kaum jemanden, der das kontrolliert. Die Coast Guards (Küstenwache) sind leider zu selten in der Gegend. In meinen 2 Wochen habe ich an nur 2 Tagen die Coast Guards gesehen. Sie laufen mit schwerer Bewaffnung und auffälliger Kleidung über den Strand und helfen uns dann beim retten der Schildkröten. Bisher sieht es aber so aus, als ob jede zweite Schildkröte getötet, oder verstümmelt wird. An den Strand kommen 3 verschiedene Schildkröten. Die riesige Lederschildkröte, sie kann wohl bis 3 Meter groß werden, die Grüne Schildkröte und die Hakenschnabel Schildkröte. Sie ist die kleinste und schönste Schildkröte hier. Allerdings auch die wertvollste. Daher ist sie sehr selten geworden. Ich hatte aber das Glück gleich in meiner zweiten Nacht eine zu sehen.
Die Lederschildkröte ist so groß, dass sie praktisch nicht gejagt werden kann. Daher wird ihr der letzte Teil ihres sehr weichen Panzers abgeschnitten und auch als Potenzmittel verwendet.
Die Grüne Schildkröte wird um die 200 Kilo schwer und ist schlecht zu transportieren. Daher drehen die Wilderer die Schildkröte auf den Rücken, wenn sie eine finden und befestigen Seile an ihren Vorderflossen. Danach wird die Schildkröte wieder zurückgedreht und die Schildkröte versucht im Wasser zu entkommen. Die Wilderer warten bis sie ein wenig tiefer im Wasser ist und schleppen sie dann an den Seilen den Strand entlang. Man kann es leider recht häufig beobachten, wie die Schildkröten auf diese Weise sterben müssen. Denn wenn die Wilderer an ihrem Haus ankommen, werden die Schildkröten mit Knüppeln erschlagen. Kein schöner Anblick.
Zwischen uns und den Wilderern gibt es aber einen fairen Wettstreit. Wer die Schildkröte zuerst entdeckt, darf sie behalten. Deshalb wollen wir unsere Position nicht allzu oft verraten, weshalb wir sehr sparsam mit dem Licht umgehen.

Das meiste könnte ich jetzt zu den nächtlichen Patrouillen schreiben. Das ist definitiv eine einschneidene Erfahrung im dunkeln, fast ohne Sicht und manchmal mit den heftigsten Gewittern zu laufen. Ich fühle mich manchmal an den Film Forrest Gump erinnert, als er über seine Zeit in Vietnam erzählt. Der Regen kommt hier auch von oben, von der Seite und von unten. Wenn die Blitze nah an der Küste sind, sind sie so hell, dass man manchmal Minuten lang blind ist. Dann muss man nach Gefühl laufen und sich an den Laufgeräuschen der anderen orientieren. Darüber hinaus wird sehr viel Holz an der Küste angespült, worüber man leicht stolpern kann. Häufig muss man anhand von winzigen Helligkeitsabstufungen entscheiden, ob es ein Hindernis ist, oder nicht. Zu allem Überfluss muss man noch auf die Schildkrötenspuren achten. Sie zeichnen sich im Sand etwas dunkler ab, wenn der Sand umgewühlt wird und der feuchtere Sand nach oben kommt. Manchmal spürt man auch die Spur wenn man drüber lauft.
Manchmal scheint aber auch der Mond, so wie vor 2 Wochen, als Vollmond war. Da war es so hell, dass man sogar einen Schatten geworfen hat. Am 17. ist Vollmond und daher ist die Sicht schon jetzt eigentlich null. 
In den letzten 2 Tagen gab es sehr heftige Gewitter. Vorgestern war es so stark, dass 2 Schildkröten den Weg nicht mehr zurück gefunden haben und in den Dschungel gelaufen sind. Ich lade gerade die Fotos dazu zur Dropbox hoch. ich sitze seit diesem Absatz in einem Internetcafe mit Wlan und lade hoch was das Zeug hält (und es hält nicht besonders viel, mit anderen Worten es ist sehr langsam).

Eine andere Sache ist die ewige Feuchtigkeit hier. Es gibt kein Kleidungsstück, kein Bett, kein Handtuch, was trocken ist. Vom Ozean steigt so viel Feuchtigkeit auf, dass selbst bei vollem Sonnenschein nichts trocknet. Der Rest wird durch den Regen feucht, oder bleibt feucht. Ich habe nach 4 Tagen dauertrocknen aufgegeben meine Sachen trocken zu kriegen. Das Beste ist es die Sachen in den glühenden Sand zu legen und sie so zu trocknen. Wenn mal die Sonne scheint. Mein Handtuch riecht schon sehr stark nach Schimmel und ich kann es nicht mehr benutzen. ich trockne jetzt immer auf natürliche Art und Weise ;-) Dafür ist es warm genug. Es ist eine Erfahrung, aber ich würde nicht sagen, dass es schlecht ist. Es ist am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig, aber irgendwann ist es einfach egal, wenn man in ein feuchtes Bett steigt. Das ist ein sehr einfaches Leben hier und manche Sachen muss man einfach hinnehmen wie sie sind.
Ich staune auch, dass die Elektronik hier so gut durchhält. Ich hatte schon Wasserdampf in meinem Handy, aber es funktioniert klaglos. Die Kamera zeigt manchmal ein milchiges Bild, aber nach ein wenig Sonne geht es ihr wieder gut. Alle meine Geräte laufen hier übrigens mit Solarstrom!
Der wird aber streng reguliert, denn die Speicherbatterien fassen nicht besonders viel. Sie sind schon nach etwa einer Stunde Sonnenschein voll geladen und müssen für sämtliche Arbeitsgeräte wie Funkgeräte, Scanner, Laptops und für eine Deckenlampe in "El Rancho" halten. Mein Handy und meine Kamera kann ich dort laden. Aber meinen Laptop nicht. Die Voluntäre dürfen den Strom überhaupt nicht nutzen. Daher hatte irgend jemand mal ein circa A4 großes Solarpanel spendiert, was den ganzen Tag draußen liegt und iPods und iPhones lädt.

So, jetzt habe ich eine ganze Menge Mist geschrieben, aber ich musste die Zeit hier schnell schreiben, denn der Bus kommt gleich und spuckt neue Voluntäre aus. Ich habe einfach runtergeschrieben was mir eingefallen ist, ohne nachzudenken und nach Fehlern zu suchen.

Ich Grüße daher alle, besonders die Mutter und wir hören uns bestimmt bald wieder, dann mit Informationen, wie es bei mir weitergeht.

Sonntag, 1. Juli 2012

Zehnter und letzter Tag in San José und happy Canada Day!

So, heute habe ich den Tag wahrlich sinnvoll genutzt. Ich habe Tennis, Bowling, Baseball und Golf gespielt. Nicht in echt, nur auf der Wii. Dazu haben wir heute noch in rauen Mengen Pasta gemacht. Unter anderem konnte ich so meine gesamten Vorräte verbrauchen. Das Hostel hier ist gegen Abend so gut wie ausgestorben. Wie sind jetzt nur noch 6 Personen und die meisten gehen jetzt auch ins Bett. Genau das werde ich nach diesem Blogeintrag auch machen auch machen, ich bin nämlich hundemüde.
Morgen stehe ich um 4 Uhr auf, damit ich in Ruhe was frühstücken kann und mit dem Taxi nach Tibás fahren kann und ich dann auch um 7 Uhr dort bin. Das Hostel habe ich heute schon bezahlt, damit bin ich hier erstmal fertig.

Das Foto zeigt mich in Kriegsbemalung für das Fußballspiel und den Canadatag

Mangels super spannender Erlebnisse kann ich heute auch nicht viel mehr schreiben, weshalb ich heute mal wenig schreibe. Beim nächsten Mal gibts dann wieder mehr.

Jetzt schmeisse ich noch wahllos ein paar Fotos von heute und den letzten Tagen mit auf den Blog.




Anmerkung: Ich war der einzige, der gezeigt hat, dass Deutschland verloren hat. Das Foto entstand direkt nach dem Spiel.




So, gutes Nächtle,

Ben


Nachtrag:

So, alles ist gepakt, Hostel bezahlt, Bestätigung von der Versicherung ist auch da. Jetzt sollte alles gut gehen. Ich habe jetzt noch circa 2 Stunden hier im Hostel. Ich mache mich aber ein wenig früher auf den Weg.
Das nächste mal hören wir uns dann aus Pacuare (mal sehen) :-)

Nachtrag 2:

Es gibt dort keinen Strom. Interessant. Ich spiele schon mit dem Gedanken dann jedes Wochenende nach San José zu fahren. Limon, was direkt nebenan liegt, ist nicht zu empfehlen.

Das wird ein Spaß!

Nachtrag 3:

So, ich hatte deine Einfuehrung und das hoert sich doch gar nicht mal so schlecht an. Anscheinend ist es so, wie man sich ein tropisches Paradies vorstellt. Und da gehoert Strom eben nicht mit dazu. Moeglicherweise kann ich von Bataan, was in der Naehe liegt, Statusupdates geben. Die Reise kostet allerdings Geld. Ich muss mal sehen, wie ich das hier weiterfuehren kann.
Wenn ich dort ankomme arbeite ich gleich als Research Assistant. Uebrigens Marcus, ascheinend wird hier heute noch von dir gesprochen. Es gibt eine Empfehlungsliste, auf der du drauf bist. Die Bearbeiterin hat dich auf der Liste gefunden, als ich ueber dich gesprochen habe.
Ich bin jetzt im Busterminal nach Bataan und sitze an einem oeffentlichen Rechner. Daher die fehlenden Umlaute.
Gleich geht mein Bus und ich sage schon mal Tschuess, bis zum neachsten Update.

Liebe Gruesse, Ben
Extragruesse an die Mutter

Samstag, 30. Juni 2012

Neunter Tag,

Heute konnte ich mal richtig ausschlafen. Früher ins Bett gehen lohnt sich also doch.
Trotzdem war ich heute als erster wach. Selbst alle Leute vom Staff-Team haben noch geschlafen. Also durfte ich sehen, wem das Hostel gehört, wenn niemand sonst Anspruch erhebt. Es waren vor allem die Obstfliegen und Paul (der doch hauptsächlich Paul und nicht Pueblo heist).
Wenn niemand den Müll raus bringt, dann sammelt sich eine beachtlich viele Drosophila in der Küche. Ist ja auch sehr einfach für sie, da dieses Hostel keine Fenster hat. Was die Leute hier wohl im Winter machen?
Ich machte erstmal den Abwasch, von dem was gestern noch übrig geblieben ist und verfütterte den Großteil meiner Leberwurst an Paul, indem ich ihn Parkour laufen ließ. Ich wartete auf Claudia, dass sie aufwacht und wir mir eine Sim Karte besorgen, mit der ich auch mobiles Internet haben kann und ich nicht total aufgeschmissen bin, wenn ich in der Einöde an der Küste sitze.
Wir waren dann auch pünktlich am Geschäft, aber leider war es schon zu. Vielleicht werden die Siestazeiten hier etwas großzügiger genommen. Naja, so konnten wir wenigstens was einkaufen gehen, wobei ich diesmal meine Vorräte aufbrauchen will und erstmal nichts weiter als eine Ananas für morgen eingekauft habe. Mal sehen wann ich sie nicht mehr sehen kann.
Gestern hat Andrés eine auch ihm unbekannte Frucht angeschleppt. Und er kommt aus Kolumbien! Die Frucht heist Guanábana und schmeckt wirklich sehr gut, auch wenn man das Gefühl hat ein glibbriges Ei zu essen. Sie schmeckt ein wenig nach Zitroneneis und Litchi und kostet, wie ich heute gesehen habe 4 Dollar für 200 Gramm. Muss also irgend etwas neues sein. Vielleicht wird sie ja irgendwann Papaya und Ananas vom Tron stoßen.
Hier habe ich mal ein Foto von einer nicht-Banane (plantain):


Dann habe ich einen Großteil des Tages damit zugebracht mein Skype Konto mit meiner Visa-Karte aufzuladen. Das ist nicht so einfach, wie es sich anhört. Offensichtlich sind alle Onlinegeschäfte von Costa Rica aus nicht einfach zu bewerkstelligen. Paypal, meine Bank und meine Visa-Karte wollten alle nicht funktionieren. Ich musste erst meine Handynummer zurücksetzen und mir eine Sicherheitsnummer schicken lassen. An Handys in Costa Rica kann ich die Nachricht übrigens auch nicht senden. So musste mir erst Jony mit seinem Handy in Deutschland aushelfen.
Nachdem ich endlich mein Skype Konto aufladen konnte, konnte ich endlich bei meine Versicherung anrufen. Trotz 24 Stunden Service geht auch nach 20 Minuten dauerklingeln niemand ran. Ich versuche es heute Nacht um 12 noch mal, wenn es bei euch 8 Uhr morgens ist. Ich brauche unbedingt einen Beweis, dass ich versichert bin.

Neben den unangenehmen Dingen konnte ich heute auch das erste mal mit Jony videotelefonieren. Ich habe ich gleich mal einen Rundgang in meinem Hostel spendiert und er hat das Periodensystem abfotografiert. Danach wurde ich abrupt unterbrochen, weil Claudia unbedingt mit Jony telefonieren wollte. Da hatte ich schnell nichts mehr zu melden. Sieht so aus, als währe Claudia Jonys Charm erlegen. Sie hat uns beide schon nach Canada eingeladen. Ich musste mir das allerdings teuer mit Pasta erkaufen!

Jetzt ist erstmal Kultur dran, denn während es draußen regnet, wird hier "Shoot em up" geguckt. Jedes mal, wenn hier geschossen wird, schreit David, ein Amerikaner, neben mir laut auf.

Hier haben wir uns alle mal was kariertes angezogen:


Grüße vom rennenden Ampelmännchen und mir,


Ben


Nachtrag:
Ich habe jetzt bis 12 Uhr nachts gewartet, dass es bei euch 8 Uhr wird. Jetzt konnte ich auch die Versicherung erreichen und morgen um 8 geht die Bearbeitung los. Bis um 12 sollte ich dann eine Bestätigung per Mail haben. Dann ist es hier um 5 Uhr morgens, also die Zeit, wenn ich aufbrechen will. Na mal sehen ob das so klappt, wie ich mir das vorstelle.


Gute Nacht, bzw. guten Morgen!

Freitag, 29. Juni 2012



Hallo zu meinem 8. Tag aus San José!

Langsam geht meine Zeit hier in der Hauptstadt zu ende und ich lerne immer noch jeden Tag neue Leute kennen. Auf dem Foto ist Siobhan (eine Australierin) zu sehen, wie sie gerade das Hostel verschönert. 
Die zwei Hunde hier aus dem Hostel rennen gerne mal auf die Straße, daher wird die Tür jetzt mit großen Holzplatten dich gemacht. Bisher war die Tür, die nur aus Stäben besteht, nur mit Kaninchendraht gesichert. Hier sitzt sie gerade noch etwas stoned von den Sprühfarben neben ihren Bild und grinst. Ich glaube deshalb standen wir alle draußen und haben ihr beim arbeiten zugeschaut ;-)
Eben hat sie mir mir ein vegetarisches Sandwich gemacht, weil ich hier bis jetzt morgens immer meine Papaya, Ananas, oder Wassermelone geteilt habe. Eine Ananas zum Beispiel kostet etwa 90 Cent und reicht für viele Leute.


Ansonsten war ich heute sehr sehr lange für meine Handschuhe und ein wenig Hundefutter mit Claudia unterwegs. Das Gute ist, dass sie Spanisch als zweite Muttersprache hat und das einiges erleichtert. Für den Werkzeugladen zum Beispiel mussten wir durch die ganze Stadt laufen. Ungefähr dort, wo ich hinmusste um mit dem Bus nach Cartago zu fahren. Dafür habe ich jetzt sehr schöne gelbe Handschuhe  mit ordentlich Grip.


Damit bin ich jetzt perfekt gerüstet, um alle möglichen Gartenarbeiten zu machen. 
Auf dem Rückweg wollten wir noch Hundefutter und ein anti-Wurmmittel einkaufen. Allerdings hatten alle Tierläden weder Tierfutter, noch Medikamente. Der erste Laden in den wir kamen, hatte überall im Schaufenster kleine Käfige mit Welpen und Kätzchen zu stehen. Pro Käfig ein Welpe. Alle waren extrem aufgeregt, als ich hinkam. Alle wollten sofort lecken und dass ich sie mitnehme. Ich verstehe nicht, wie die Ladenbesitzer das fertig bringen.
Weiter hinten im Laden war der kleine Käfig auf dem Foto, wo viele Welpen zusammen eingesperrt waren. Offensichtlich hatten alle starken Durchfall, denn überall auf dem Boden war Kacke verschmiert und es stank entsetzlich. Dass der Boden total verschmiert war habe ich anfangs nicht gesehen und deshalb habe ich meine Hand rein gehalten. Sofort kamen fast alle Welpen an und wollten gestreichelt werden. Einige versuchten an meinem Arm aus dem Käfig zu kommen und beschmierten meinen Arm mit der Scheiße. Erst da bemerkte ich, dass alle Durchfall hatten.
Auf dem Foto sieht man mal die traurigen Hunde.


Der Hund ganz links hat sich kaum noch bewegt, bzw. ich konnte mit Mühe erkennen, dass er noch atmet. 
Die Hundekacke hatte ich dann noch die ganze Zeit am Arm, denn ich konnte mich nirgendwo in der Stadt waschen. Wir sind erst wieder kurz vor dem Hostel an einem Restaurant vorbeigekommen. Bis dahin war sie schon trocken, stank aber immer noch super heftig. Ich habe mir Mühe gegeben möglichst nichts anzufassen und ich hoffe ich habe mich jetzt nicht angesteckt!

Alle anderen Läden in denen wir waren hatten zwar auch kein Hundefutter, dafür aber auch keine Hunde und Katzen eingesperrt. Selbstverständlich hatte dann erst der letzte Laden in dem wir waren die Medikamente und das Futter und das auch noch in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hostel. Murphy's law. 

Übrigens hatten die meisten Hunde in den Käfigen die gleiche Rasse wie Paul und alle hatten einen kupierten Schwanz.


Mit anbei füge ich wieder ein Foto von mir und das Foto von einem schönen Haus aus der Stadt.



Das Foto habe ich heute mal auf dem Klo geschossen, weil ich die nächsten Tage eh nicht woanders hingehen kann.

Grüße aus dem regnerischen San José,

Ben


Kleiner Nachtrag:
Es ist hier jetzt kurz nach 11 Uhr und bei euch wird jetzt gerade 7 Uhr. Heute kamen hier sehr viele Canadier an und man verfällt nach einer gewissen Zeit immer in die gleichen Strukturen (in der Reihenfolge):
- woher kommst du (Antwort abwarten, dann seine Herkunft verraten)
- fragen wie lange man bleibt (siehe oben)
- evtl. fragen was man in der Zeit hier macht (Optional)
- fragen wo es danach hingeht (die meisten hier reisen weiter nach Nicaragua, oder Panama)
- fragen wie man heist (wieder antworten)
- entweder in tiefer gehende Gespräche abdriften, oder sich seinen bisherigen Gesprächspartnern zuwenden

So kann man in kurzer Zeit viele Leute effektiv "abarbeiten" und lernt viele neue Menschen (und Namen) kennen. Das witzige ist, dass alle genau nach diesem Schema handeln. besonders Claudia. Sie macht hier "Facebook friend harvesting". Nahezu alle Leute werden gleich mal befreundet. Sie kennt natürlich alle ihre Freunde persönlich ;-)

So, ich mach jetzt gleich heia, nachdem ich gestern unbedingt noch "The Expendables" gucken musste und völlig übermüdet hier saß und auf ein baldiges Ende hoffte. 
Ich kann den Film auch noch kurz zusammenfassen: Viele Explosionen.

So, das wars. Nachti!

Donnerstag, 28. Juni 2012

Hallo an alle traurigen Fußballfans,

Tut mir leid, dass ich die Wunde auf so fiese Art noch mal aufreißen musste. Aber wir hatten hier in San José einen großen Aussenstützpunkt. Soll heißen bis vorhin hatten wir noch 10 Deutsche und wir alle waren für unsere Mannschaft. Da kommt man ans andere Ende der Welt und spricht trotzdem fast nur deutsch.
Ich habe mich heute hier gut mit der Claudia (auf dem Bild links) angefreundet. Sie will leider die ganze Zeit deutsch lernen und sie hilft mir mein englisch noch weiter zu verbessern.
Wir waren vor dem Spiel einkaufen (was hier wirklich verdammt!! teuer ist) und haben bananenartige Früchte gekauft. Also sie sehen aus wie Bananen, schmecken wie Bananen, sind aber keine Bananen. So habe ich sie jetzt not-bananas getauft.
Die Mädels Claudia und Laura (auf dem Foto rechts) haben mir dann die Banane in viel Öl gebraten und dann in Zucker gewälzt. Bestimmt ganz mager ;-)


Erst danach kam der nicht so schöne Part mit dem Spiel. Bei uns beginnen die Spiele hier schon um 12:45 Uhr also hatten wir danach noch Zeit. Die meisten Deutschen sind unmittelbar nach dem Spiel abgereist. Naja um genau zu sein, bin ich wieder alleine. 

Mitch (der mit dem zerbissenen Fuß) hat gestern angefangen ein paar Tischlerarbeiten hier für das Hostel zu machen und darf dafür kostenlos hier wohnen. Heute morgen war er im Hinterhof beschäftigt als er Stacheldraht zu Seite räumen wollte und sich fast den rechten Fuß dabei abschnitt. Er hatte eine tiefe Schnittwunde direkt am Knie entlang, die heftig blutete. Ich war zu dem Zeitpunkt gerade noch mit Paul (wie ich erfahren habe eigentlich Pueblo) in der Stadt unterwegs. Als ich zurück kam lag er gerade im Flur auf der Couch und er hatte sich notdürftig mit Klebeband und einem bisschen Zellstoff die Wunde verbunden. Darüber hatte er ein Handtuch über dem Knie fest zugebunden, damit die Wunde nicht so stark blutet. 
Ich habe ihm gesagt, dass das keine gute Methode ist eine Wunde zu behandeln. Er hat keine Auslandskrankenversicherung und deshalb Angst zum Arzt zu gehen. Er will eigentlich erst am 1. August zurück nach Canada. er wollte seine offene Wunde einfach unbehandelt lassen. Ich gab ihm etwas von meinem Verbandsmaterial, dem Desinfektionsspray und meinen Schmerztabletten und versorgte ihn mit Wasser und Eis für seine Wunde. Er meinte zu mir die Wunde steht offen, weshalb ich ihm dringend empfahl zum Arzt zu gehen und sich das waschen und nähen zu lassen. André (der Barkeeper) setzte sich mit ihm schließlich in ein Taxi, und fuhr mit ihm zum Arzt. Mitch ist jetzt 240 Dollar ärmer, darf dafür aber sein Bein behalten und hat eine schöne Erinnerung an Costa Rica. In 10 Tagen soll alles wieder gut sein. Und noch viel wichtiger, er darf trotzdem trinken.

Jetzt später kamen 2 Australier und eine Chinesin, die aufgrund diplomatischer Schwierigkeiten zwischen Nicaragua und China nicht in Nicaragua einreisen durfte. Sie kam aus Panama, fuhr bis zur Grenze, wartete dort eine Stunde und wurde dann sehr unsanft wieder rausgeworfen. Sie musste dann von dort den ganzen Weg nach San José zurücklegen und war jetzt 24 Stunden unterwegs. So stranden hier die Leute.


Ich strande übrigens am Montag in Pacuare. Ich bin am Montag um 7 Uhr in Tibas, was unmittelbar nördlich von San José liegt, und regel dort einigen Papierkram. Ich zahle 10 Dollar pro Tag. Dort sind Unterkunft und 3 Mahlzeiten täglich mit drin. Erstmal bezahle ich für 45 Tage also 450 Dollar plus 200 Dollar, als eine Art Pfand, dass ich wirklich so lange dort bleibe Sie wollen so verhindern, dass die Leute einfach nach der Einführung wieder gehen und sie zu diesem Zeitpunkt einfach nur günstig gelebt haben. Das Geld bekomme ich dann aber wieder, oder ich investiere es in weitere Tage dort (was wahrscheinlich passieren wird).
Von dort wird dann mein Bus um 9 Uhr Richtung Pacuare abfahren. Irgendwann während der Fahrt geht es dann per Boot weiter, was 2 Stunden braucht um dort anzukommen. Das Boot fährt dann immer Montags und Donnerstags. Ich denke mal, dass ich dort dann erstmal kein Internet haben werde. Aber das will ich morgen noch mal nachfragen.
Ich muss eine ganze Reihe an Voraussetzungen mitbringen (ich kopiere jetzt einfach mal):

The RA's should:
- be 20 years of age or older and in good physical condition.
- be fluent in the English and Spanish (basic) language.
- have an educational background (undergraduates or graduates) in Biology, Marine
Biology, Resource Conservation, Ecology, Environmental Education, Veterinarian
Medicine, Wildlife Management, Oceanography, Zoology and/or experience in working
with Sea Turtles.
- be willing to a firm commitment to work a minimum at least two and half months,
- preferably three months or more in the project.
- be interested in sharing his/her knowledge and to stimulate in the volunteers the
- interest for the protection and the conservation of the Sea Turtles.
- be a responsible, hard working, communicative, and enthusiastic person. Capable to
live in very rustic and basic living conditions (dormitories and shared outside
bathrooms) and under adverse climatic conditions. Usually it is very hot with 100% of
humidity, frequent rain and very heavy sometimes. With lots of mosquitoes and/or
sand flies plus the risk of Malaria and/or Dengue fever.

The common duties will be serving as a group leader in the teams of volunteers
that patrol the beach at night in search of nesting sea turtles and to be assured that all the
activities of research and protection are carried out correctly. The RA will be responsible for
tagging of turtles and for correctly recording data and research information for each turtle.
These data include the measurements of the turtle shell as well as of the nest that she
makes, numbers on the metal tags/PIT tags, number of eggs and location of the nest on the
beach. Sometimes the nests should be recollected and relocated in a safer place on the
beach or sent to one of the hatcheries where other volunteers in charge will make a new nest
according to the previously taken measurements and the eggs should be placed inside in the
same order as the turtle laid them. The number of eggs, the location of the nest inside the
hatchery and the numbers of the turtle's metal tags/PIT tags (identification of the turtle)
should be registered by the volunteers in charge of the hatchery at that time for further
analysis of the data including the hatching success. The night patrols will be carried out in
two shifts of four hours, one 8 p.m. to 12 midnight and the other one from 12 midnight to 4
a.m. As member of the project staff, the RA's will be asked some times to work longer hours
than other volunteers. Moreover, the RA's should work on their own respective and specific duties according to the
positions they were assigned.


Best regards,

Suvi




Damit währe dann auch eigentlich alles gesagt ;-)
Das einzige was ich jetzt noch brauche, ist die schriftliche Bestätigung von meiner Reiseversicherung. Bisher habe ich nur das Überweisungsformular, was wahrscheinlich nicht ausreicht. Ich habe heute schon Kontakt mit der Versicherung aufgenommen.
Alles weitere (ich habe noch eine Liste mit den benötigten Materialen) habe ich vollständig zusammen.

So, dann wieder ein Bild von mir und meinem Frühstück.




Grüße aus San José,

Ben


Mittwoch, 27. Juni 2012


Hallo für eine Zusammenfassung von 6. Tag:

Gestern wollte ich eigentlich nur drinnen bleiben, weil ich mir in Cartago einen fiesen Sonnenbrand im Nacken zugezogen hatte. So stand ich gehen 6 Uhr auf, und war etwa von 7 bis 8 in der Stadt um ein paar Einkäufe zu machen. Vor allem Wasser und Vitamine gegen den Sonnenbrand.
Als gegen 8 dann die Sonne zu stark wurde musste ich umkehren und wollte mich um die Einrichtung des Blogs kümmern. Allerdings kam ich nicht sehr weit. Da es bewölkt wurde und Elias und Corina gestern ihren letzten Tag hier hatten.
Mit Elias hatte ich mich schon vor einigen Tagen angefreundet, als er mich zum Essen einlud und ich mit ihm zusammen echte italienische Pasta machte. Er ist nämlich Italiener, spricht aber auch ausgezeichnet deutsch und englisch. Er studiert zusammen mit Corina in Californien.
Zusammen mit den beiden und mit Mitch (der Typ mit dem stark zerstochenen Fuß)

machten wir uns gegen 11 Uhr wieder auf den Weg in die Stadt um etwas zu erleben und was zu essen.
Mitch kam gestern früh hier an und wir befreundeten uns sofort. Er ist eigentlich Tischler aus Canada, arbeitet aber zusammen mit seine Schwester auf einer Ölplattform.
Wir gingen auf den überdachten Markt, wo wir uns was zu essen holten, während  der Regen draussen so stark wurde, dass wir uns in wegen dem lauten Blechdach teilweise nicht mehr unterhalten konnten. Ich hatte eine Hühnersuppe.
Es schmeckte auch nach Hühnersuppe. Allerdings lag dort ein halbes Huhn im Stück mit drinnen. Auch die Beilagen kannte ich zumeist nicht. Neben Kochbananen und einer Kartoffel glaube ich noch eine gekochte Mango zu erkennen und noch eine weitere mir unbekannte Frucht. Auch wurde mir alles zu Burritos, Tacos und Quesadilla und so weiter erklärt. Letztendlich benutzt man eine rundes Fladenbrot (das selbstverständlich kein Fladenbrot ist, sondern nur so aussieht und so schmeckt ;-)
und faltet es auf unterschiedliche Arten und jedes mal entsteht dabei ein neues Gericht, mit neuem Namen. Das ist mir zu kompliziert. Das war auch der Grund für die Hühnersuppe. Dazu nahm ich mir einen Fruchtcocktail.
Die gibt es hier an jeder Ecke für ein Taschengeld und mit unterschiedlichsten Mischungen. Davon habe ich insgesamt 3 getrunken. Daneben findet man häufig an Straßenecken, der nicht von Touristen überfluteten Straßen, kleine Obststände. Viele davon bieten kleine Früchte an, die gelblich, rot sind und viele sehr weiche Stacheln haben. Wenn man sich durch die dicke weiche Schale kämpft, dann findest man etwas, das so aussieht wie das Fruchtfleisch von Litchi, schmeckt aber noch viel süßer. Leider konnte ich gestern kein Foto davon machen, weil ich meine Kamera im Hotel gelassen hatte. Ich hole es aber nach, wenn ich noch mal solche Früchte kaufe.

Nach dem Regen gingen wir auf den Platz der Kultur und beobachteten Tauben wie sie japanische Touristen attackierten. Das machte uns durstig und wir mussten einen Ort suchen, wo Brause verkauft wird. Dort tranken wir dann einige Brausen und unterhielten uns über deutschen und italienischen Fußball. Bald wird es ja ernst für das deutsch-italienische Verhältnis! Wir sprachen auch über die Mückenstiche von Mitch. Er war 2 Wochen an der Pazifischen Küste in Sámara. Das liegt auf einer Halbinsel im Norden von Costa Rica. Offensichtlich gibt es dort nämlich wenig Touristen und viele Moskitos. Er hatte kein Netz und kein Insektenschutzmittel dabei, weshalb er jetzt so stark zerstochen ist.
Wir machten uns nach 6 auf den Rückweg (also es war schon stock duster), denn Eias und Corina mussten um 1 Uhr am Flughafen sein. Sie fliegen wahrscheinlich immer noch nach Californien, weil sie eine super ungünstige, dafür aber billige Route fliegen und dafür insgesamt 15 Stunden brauchen. Fast so lange wie ich von Deutschland nach Costa Rica!
Auf dem Rückweg machten wir Bekanntschaft mit einem echten San Joséianer. Er war 19 und niemand konnte sich später an seinen Namen erinnern. Er war sehr interessiert, woher wie kommen und wie lange wir hier bleiben wollten. Ich war anfangs sehr skeptisch, aber er war wirklich einfach nur nett und wollte mit uns reden. Wir gingen noch mal mit ihm in ein Restaurant, wo wir alle zusammen aßen und uns kennenlernten.
Wir mussten das aber irgendwann beenden, weil die beiden ihren Flug kriegen mussten. Also beeilten wir uns zurück zum Hotel zu kommen und uns zu verabschieden.

Mitch und ich saßen noch mit den 3 deutschen Mädchen eine Weile zusammen und quatschten. Sie wollten heute schon um 5:30 Uhr aufstehen um mit dem Bus in eine Nachbarstadt nördlich von hier zu fahren. Also gingen sie recht früh schlafen und ich hinterher.

Heute plane ich meine weiteren Tage und suche mir eine Route raus um noch etwas von dem Land zu sehen. Jetzt hole ich mir gleich einige Bücher aus der Reisebibliothek und mach mir einen Kaffe.



Grüße aus San José und extra Grüße an die Mutter

Dienstag, 26. Juni 2012

Und wieder ein ¡Hola! aus San José,

Heute habe ich wie versprochen meine Tour nach Cartago gemacht. Bei
sonnigem Wetter spazierte ich heute ganz ohne die Unterstützung von
Kaffe, oder Sonnencreme bis auf die andere Seite der Stadt. Denn nur
von dort fährt der Buss nach Cartago. Ganze 50 Cent umgerechnet, oder
520 colónes hat mich der Spaß gekostet die 22 Kilometer zurückzulegen.
Ich frage mich, wie die Menschen das hier bezahlen sollen... Naja,
kann ja nicht alles so günstig sein wie die BVG. Ein Hoch auf die BVG!

Dort angekommen sprang ich bei der ersten Gelegenheit aus dem Bus,
weil ich annahm, dass Cartago eine ganz kleine Stadt sein muss und der
Bus noch bis Turrialba, also 30 Kilometer weiter fuhr. Tja, Cartago
ist nicht so klein wie ich dachte. Also lief ich insgesamt circa eine
Stunde bis ins Zentrum. Jetzt habe ich wenigens den Dreh raus, wenn
ich mich sogar in einer völlig fremden Stadt, völlig ohne Straßennamen
orientieren kann. Man muss immer nach Auffälligkeiten gucken, wie
Parks, Kirchen, oder wenn möglich, nach Hauptstraßen. Machen die Ticos
hier ganz genauso. Sie kennen die offiziellen Bezeichnungen der
Straßen nämlich auch nicht.
Ist sowieso total willkürlich benannt. Das einzige, was System hat,
ist dass Straßen von Ost nach West immer Avenidas sind und Straßen von
Nord nach Süd immer Calles. Auf Calle 2 folgt zum Beispiel die Nummer
17 und dann die 7. Habt ihr das System erkannt? Richtig.

So, dort war ich dann schon total vertrocknet und quasi nur noch ein
laufendes Gerippe. Deshalb ging ich wieder in die nächste Panaderia
(Bäckerei).




Weiter ging es dann zur Basilica de Nuestra Senora de los Àngeles, der
Grund, warum es überhaupt noch Cartago gibt. Wie ich schon gestern
schrieb ist die Kirche unglaublich wichtig, weil hier nämlich im Jahr
1635 eine Eingeborene ein circa 1 Meter große Holzpuppe fand, die
wahrscheinlich von den Ureinwohnern hergestellt wurde. Sie nahm die
Puppe mit nach Hause und war am nächsten Tag nicht mehr bei ihr,
sondern wieder an dem Platz, wo sie sie gefunden hatte. Das Spiel
wiederholte sich noch ein weiteres Mal. Und deshalb wurde um die Puppe
herum eine Kirche gebaut und die Puppe selbst mit Diamanten und Gold
komplett verpackt. Ich habe mal ein Foto mit hochgeladen. Sie ist
heute in der Mitte des Altars. Ich konnte sie jedenfalls nicht
entdecken. Sie heißt La Negrita, was so viel wie "Die schwarze
Jungfrau" bedeutet, denn offensichtlich war sie schwarz. Naja heute
ist sie das wichtigste Heiligtum des Landes und die Patronin des
Landes.
Das nenne ich mal eine Karriere.





Die Kirche selbst wurde mehrfach von dem angrenzenden Vulkan Irazú und
Erdbeben zerstört. Die Puppe selbst blieb aber immer gut verpackt
erhalten. Die Bilder von der Kirche habe ich schon selektiert und
immer noch sind es so viele. Die Kirche ist wirklich sehr schön!

Leider konnte ich nicht alles fotografieren, weil in dem
Eingangsbereich, wo die gigantische Orgel steht leider gerade
renoviert wurde. Die Säulen wurden kurz zuvor mit neuen Blattgold
aufgefrischt und überall lag noch Gold herum. Das ist auf dem Foto
Nummer 6 von der Kirche gut zu sehen. Wahrscheinlich heißt das hier
deshalb Costa Rica (reiche Küste), weil hier überall Gold ist.

Danach ging ich die Orte besuchen, an denen ich vorher vorbei gelaufen
war. Das war das Tribulal de Justicia, was nicht so interessant war
und die "Las Ruinas de la Parroquia", eine Kirche die in einem
Erdbeben zerstört wurde, und nicht wieder aufgebaut wurde. Heute steht
nur noch die Grundmauer und es ist ein beliebter Ort zum entspannen.
Überall saßen Menschen auf dem Rasen, in und um die Kirche herum.
Bei der Kirche gibt es eine Legende, wonach ein Kopfloser Mönch-Geist
bei Nebel durch die Kirche laufen soll. War zum Glück kein Nebel und
so musste ich mich nicht gruseln.





So, 2 Stunden später und knapp 50 Cent ärmer war ich wieder in San
José und lief wieder Richtung Herberge. Diesmal wieder in einem
komplett anderen Teil der Stadt und ich benötigte die Hilfe einiger
Ticos, um wieder auf Kurs zu kommen. Mit der Karte kamen sie nicht gut
zurecht. Dafür habe ich mich aber sehr gut mit ihnen Unterhalten. 2
von ihnen waren Taxifahrer und versuchten mich sehr subtil zu einer
Taxifahrt ins Hotel zu überreden, aber ich lief trotzdem. Die Ticos
blieben wirklich sehr nett, als als ich nicht mitfuhr.
Ich fand auf dem Rückweg in einem der zahlreichen Obstläden Kokusnüsse
und fragte, ob ich eine davon trinken könnte. Während der Obsthändler
meine Kokusnuss zerhackte fragte mich der Kunde hinter mir intensivst
aus, woher ich komme, ob es mir hier gefällt und wo ich jetzt wohne.
Man kann von mir auch ein Foto sehen, wie ich gerade die Kokusnuss
trinke. Allerdings musste ich mich beeilen, weil es verdammt peinlich
ist sich in de Öffentlichkeit mit einer Kokusnuss zu fotografieren.
Deshalb gucke ich auch so blöd.





Zurück in der Innerstadt machte ich noch mal einen Abstecher auf dem
Plaza del la Cultura, unter dem sich das Goldmuseum mit der
Bunkerflair befindet. Ich wollte mal ein Foto von den Diabetes Tauben
machen, denn viele von ihnen hatten verkrüppelte Füße. Ich überlegt,
ob ich nicht auch noch ein wenig Brot verfüttern wollte, ließ es aber
sein.





Noch mal eine Anmerkung zu dem Foto, was noch von gestern Abend ist
und was ich Drogen getauft habe. Einer der 3 Wirte wollte Ivan und mir
unbedingt seine Erfindung zeigen, mit der man 6 mal schneller Pflanzen
züchten kann. Sein Aufbau ist der Tisch in der Mitte mit den Pflanzen
drin. Laut eigener Aussage hat er bereits 25000 Dollar in das Projekt
investiert. Rausgekommen ist der Tisch. Ivan (rechts auf dem Foto) und ich waren sehr
beeindruckt.




Offensichtlich arbeitet er als Investment Banker
(behauptet er jedenfalls) und will sich mit Hydrokulturen ein zweites
Standbein aufbauen. Dafür wird er aber sehr wenig Zeit finden, da er
spätestens ab 7 Uhr heftig stoned ist (für die Älteren: unter
Drogeneinfluß) und dann nur noch sehr langsam spricht, dafür aber Wii
spielt (für die Älteren: Videospiele spielt). Er sorgt in der Küche
mit seinem Hobby für ein würziges Aroma.
Gestern wollte er mir unbedingt eine Ananas auf den Rücken sprayen,
die ich optional für 15% Preisnachlass auch tätowieren lassen kann.
Ich denke noch drüber nach.

So lange ich denke freunde ich mich mal mit den 3 deutschen Mädchen
an, mit den ich ab jetzt mein Zimmer teilen werde. Nebenher läuft hier
im Fernsehen, wie man auf 1000 verschiedene Arten sterben kann. Jede
Version wird anschaulich mit gläsernen Menschen animiert. Sehr
kulturvoll ;-)
Aktuell: Qecksilbervergiftung

So ich nehme mir jetzt ein Bier (für die Älteren: eine Brause).




Grüße aus dem sonnigen San José

PS: Ich habe jetzt einen Platz in Pacuare. Später mehr dazu ;-)