Donnerstag, 28. Juni 2012

Hallo an alle traurigen Fußballfans,

Tut mir leid, dass ich die Wunde auf so fiese Art noch mal aufreißen musste. Aber wir hatten hier in San José einen großen Aussenstützpunkt. Soll heißen bis vorhin hatten wir noch 10 Deutsche und wir alle waren für unsere Mannschaft. Da kommt man ans andere Ende der Welt und spricht trotzdem fast nur deutsch.
Ich habe mich heute hier gut mit der Claudia (auf dem Bild links) angefreundet. Sie will leider die ganze Zeit deutsch lernen und sie hilft mir mein englisch noch weiter zu verbessern.
Wir waren vor dem Spiel einkaufen (was hier wirklich verdammt!! teuer ist) und haben bananenartige Früchte gekauft. Also sie sehen aus wie Bananen, schmecken wie Bananen, sind aber keine Bananen. So habe ich sie jetzt not-bananas getauft.
Die Mädels Claudia und Laura (auf dem Foto rechts) haben mir dann die Banane in viel Öl gebraten und dann in Zucker gewälzt. Bestimmt ganz mager ;-)


Erst danach kam der nicht so schöne Part mit dem Spiel. Bei uns beginnen die Spiele hier schon um 12:45 Uhr also hatten wir danach noch Zeit. Die meisten Deutschen sind unmittelbar nach dem Spiel abgereist. Naja um genau zu sein, bin ich wieder alleine. 

Mitch (der mit dem zerbissenen Fuß) hat gestern angefangen ein paar Tischlerarbeiten hier für das Hostel zu machen und darf dafür kostenlos hier wohnen. Heute morgen war er im Hinterhof beschäftigt als er Stacheldraht zu Seite räumen wollte und sich fast den rechten Fuß dabei abschnitt. Er hatte eine tiefe Schnittwunde direkt am Knie entlang, die heftig blutete. Ich war zu dem Zeitpunkt gerade noch mit Paul (wie ich erfahren habe eigentlich Pueblo) in der Stadt unterwegs. Als ich zurück kam lag er gerade im Flur auf der Couch und er hatte sich notdürftig mit Klebeband und einem bisschen Zellstoff die Wunde verbunden. Darüber hatte er ein Handtuch über dem Knie fest zugebunden, damit die Wunde nicht so stark blutet. 
Ich habe ihm gesagt, dass das keine gute Methode ist eine Wunde zu behandeln. Er hat keine Auslandskrankenversicherung und deshalb Angst zum Arzt zu gehen. Er will eigentlich erst am 1. August zurück nach Canada. er wollte seine offene Wunde einfach unbehandelt lassen. Ich gab ihm etwas von meinem Verbandsmaterial, dem Desinfektionsspray und meinen Schmerztabletten und versorgte ihn mit Wasser und Eis für seine Wunde. Er meinte zu mir die Wunde steht offen, weshalb ich ihm dringend empfahl zum Arzt zu gehen und sich das waschen und nähen zu lassen. André (der Barkeeper) setzte sich mit ihm schließlich in ein Taxi, und fuhr mit ihm zum Arzt. Mitch ist jetzt 240 Dollar ärmer, darf dafür aber sein Bein behalten und hat eine schöne Erinnerung an Costa Rica. In 10 Tagen soll alles wieder gut sein. Und noch viel wichtiger, er darf trotzdem trinken.

Jetzt später kamen 2 Australier und eine Chinesin, die aufgrund diplomatischer Schwierigkeiten zwischen Nicaragua und China nicht in Nicaragua einreisen durfte. Sie kam aus Panama, fuhr bis zur Grenze, wartete dort eine Stunde und wurde dann sehr unsanft wieder rausgeworfen. Sie musste dann von dort den ganzen Weg nach San José zurücklegen und war jetzt 24 Stunden unterwegs. So stranden hier die Leute.


Ich strande übrigens am Montag in Pacuare. Ich bin am Montag um 7 Uhr in Tibas, was unmittelbar nördlich von San José liegt, und regel dort einigen Papierkram. Ich zahle 10 Dollar pro Tag. Dort sind Unterkunft und 3 Mahlzeiten täglich mit drin. Erstmal bezahle ich für 45 Tage also 450 Dollar plus 200 Dollar, als eine Art Pfand, dass ich wirklich so lange dort bleibe Sie wollen so verhindern, dass die Leute einfach nach der Einführung wieder gehen und sie zu diesem Zeitpunkt einfach nur günstig gelebt haben. Das Geld bekomme ich dann aber wieder, oder ich investiere es in weitere Tage dort (was wahrscheinlich passieren wird).
Von dort wird dann mein Bus um 9 Uhr Richtung Pacuare abfahren. Irgendwann während der Fahrt geht es dann per Boot weiter, was 2 Stunden braucht um dort anzukommen. Das Boot fährt dann immer Montags und Donnerstags. Ich denke mal, dass ich dort dann erstmal kein Internet haben werde. Aber das will ich morgen noch mal nachfragen.
Ich muss eine ganze Reihe an Voraussetzungen mitbringen (ich kopiere jetzt einfach mal):

The RA's should:
- be 20 years of age or older and in good physical condition.
- be fluent in the English and Spanish (basic) language.
- have an educational background (undergraduates or graduates) in Biology, Marine
Biology, Resource Conservation, Ecology, Environmental Education, Veterinarian
Medicine, Wildlife Management, Oceanography, Zoology and/or experience in working
with Sea Turtles.
- be willing to a firm commitment to work a minimum at least two and half months,
- preferably three months or more in the project.
- be interested in sharing his/her knowledge and to stimulate in the volunteers the
- interest for the protection and the conservation of the Sea Turtles.
- be a responsible, hard working, communicative, and enthusiastic person. Capable to
live in very rustic and basic living conditions (dormitories and shared outside
bathrooms) and under adverse climatic conditions. Usually it is very hot with 100% of
humidity, frequent rain and very heavy sometimes. With lots of mosquitoes and/or
sand flies plus the risk of Malaria and/or Dengue fever.

The common duties will be serving as a group leader in the teams of volunteers
that patrol the beach at night in search of nesting sea turtles and to be assured that all the
activities of research and protection are carried out correctly. The RA will be responsible for
tagging of turtles and for correctly recording data and research information for each turtle.
These data include the measurements of the turtle shell as well as of the nest that she
makes, numbers on the metal tags/PIT tags, number of eggs and location of the nest on the
beach. Sometimes the nests should be recollected and relocated in a safer place on the
beach or sent to one of the hatcheries where other volunteers in charge will make a new nest
according to the previously taken measurements and the eggs should be placed inside in the
same order as the turtle laid them. The number of eggs, the location of the nest inside the
hatchery and the numbers of the turtle's metal tags/PIT tags (identification of the turtle)
should be registered by the volunteers in charge of the hatchery at that time for further
analysis of the data including the hatching success. The night patrols will be carried out in
two shifts of four hours, one 8 p.m. to 12 midnight and the other one from 12 midnight to 4
a.m. As member of the project staff, the RA's will be asked some times to work longer hours
than other volunteers. Moreover, the RA's should work on their own respective and specific duties according to the
positions they were assigned.


Best regards,

Suvi




Damit währe dann auch eigentlich alles gesagt ;-)
Das einzige was ich jetzt noch brauche, ist die schriftliche Bestätigung von meiner Reiseversicherung. Bisher habe ich nur das Überweisungsformular, was wahrscheinlich nicht ausreicht. Ich habe heute schon Kontakt mit der Versicherung aufgenommen.
Alles weitere (ich habe noch eine Liste mit den benötigten Materialen) habe ich vollständig zusammen.

So, dann wieder ein Bild von mir und meinem Frühstück.




Grüße aus San José,

Ben


2 Kommentare:

  1. Moin, ich bin kurz davor ins Bett zu gehen, habe nämlich mal wieder Nachtdienst. Vorher aber noch ein Kommentar. Schön, dass du weiter so fleißig schreibst, ich lese nach wie vor mit Begeisterung deine anschaulichen Berichte. Bei den Bedingungen würden mir ja vor allem jeweils der zweite Teil der ersten Beiden Punkte Schwierigkeiten bereiten...
    und wie ist das mit Malaria und Dengue, die beiden sind auch Bedingung ;-) ?!
    LG
    PS: ich war gestern mit Max (von meiner Ausbildung) unterwegs und wir haben einen toten Maulwurf fotografiert, bei Interesse werde ich das später posten

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  2. Oh, ja bitte poste mir den toten Maulwurf! Und selbstverständlich ist Malaria und Dengue verpflichtend. Was währe eine Reise in die Tropen ohne eine halbwegs vernünftige Krankheit?

    Ich schreibe gleich meine Erlebnisse von diesem Tag auf, so dass du dann wieder was zu lesen hast. Also bis gleich.

    PS: Vielleicht können wir uns ja mal auf einen Hangout oder eine Skype Konferenz verabreden. Dann siehst du mal wie das hier so aussieht ;-)

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