Dritter Tag:
Heute bin ich sehr früh aufgestanden. Schon um 3:30 Uhr bin ich wieder
aktiv geworden und habe die Mädchen aus Québec verabschiedet, die so
früh ihren Flug kriegen mussten. Entsprechend hatte ich lange Zeit zum
Frühstücken und Kaffe trinken. Gegen 7 bin ich zur Schmetterlingsfarm
ganz im Nord-osten, also am anderen Ende der Stadt, aufgebrochen um
pünktlich um 8 Uhr dort zu sein. Nach einer Stunde Fußmarsch kam ich
bei gefühlten 30 Grad dort an. Der Eintritt hat mich 2000 Colónes
gekostet. Hätte ich in Dollar gezahlt, dann hätte ich fast das
doppelte gezahlt.
Die Farm wurde von einem schwarzen Netz überspannt und im inneren war
es unglaublich warm und feucht, deshalb sehe ich diesmal auf dem Foto
so fertig aus. Tatsächlich gab es dort sehr viele Schmetterlinge zu
sehen und es wurde alles rund um die Familien und die Lebensweise
erklärt. Ich konnte allerdings nicht alle Schmetterlinge
fotografieren, weil sie dazu still sitzen mussten und die meisten
schon sehr aktiv waren.
Besonders ein großer blauer Schmetterling. Wegen ihm war ich extra
zuerst zur Farm statt ins Museum gegangen, weil er nur morgens aktiv
ist. Aber er war ein wenig zu aktiv! Er setzte sich wenn dann immer
nur für Sekundenbruchteile auf ein Blatt um dann wieder
durchzustarten. Die Farm ist U-förmig und das wusste er auch. Denn er
flog immer schön von einer Seite zur anderen und ich hinterher. Selbst
mit Serienbildaufnahme konnte ich ihm nicht beikommen. So hab ich
einfach seinen Kollegen im Schaukasten fotografiert.
Ich kann aber versichern, das er wirklich sehr schön geleuchtet hat in der Sonne.
Am Ende der Verfolgungsjagd entstand auch das Foto auf dem ich so
fertig aussehe. An die Farm angeschlossen gibt es noch einen
Dschungelpfad, der einmal zum Rio Torres runter und wieder rauf führt.
Das witzige ist, dass gleich nebenan die viel befahrene Straße 108
lang führt. Die Autos, besonders die LKWs, sind teilweise so laut,
dass einem fast die Trommelfelle platzen. Ein paar Meter weiter am Rio
Torres hört man davon nichts mehr und man fühlt sich gleich wie auf
einer Expedition.
Dort durfte ich auch gleich Bekanntschaft mit Moskitos schließen. Mal
gucken, was ich in der Krankheitslotterie ziehe...
Danach ging es wieder zurück in die Zivilisation, erst zum Parque
Morazán und dann ins Museo de Oro Precolombino y Numismática. Es liegt
unterirdisch direkt neben dem Theater, was ich schon zwei mal
fotografiert habe. Von außen hat es etwa den Charme von einem Parkhaus
(siehe Foto "Eingang Museo de Oro Precolombino y Numismática").
Aber der Eindruck täuscht. Ich zitiere mal den Lonely Planet: Das
Museum ist Eigentum der Baco Central und die dunkle und brutale
Architektur erinnert an die warme und gemütliche Behaglichkeit eines
Banktresors. Ich kann mich da anschließen.
Die Preise für das bisschen Kultur sind eine Unverschämtheit und auch
das Personal vor Ort lässt bei einem das Gefühl entstehen irgendetwas
falsch gemacht zu haben. Dabei wurden manche Exponate lautstark mit
einem Laubgebläse gereinigt. Der Staub war durch die Scheinwerfer gut
zu sehen.
Wie dem auch sei, bin ich im Museum, nach der ein-Raum-starken
Ausstellung zu Geld (schnarch), in die Abteilung Precolombino (also
präcolumbianisch) gekommen. Und überall war Gold!!!
Ich habe mal einige Fotos hochgeladen. Das ist nur eine Auswahl. Ich
habe zwar versucht wie ein Japaner zu fotografieren, aber die
Ausstellung war wirklich sehr umfangreich. Jedenfalls konnte ich nicht
alles tragen...
Wieder draußen ging ich wieder zu den Markthallen von gestern und aß
noch einmal Casado con pollo (pojo ausgesprochen, wie das doppel l in
Mallorca). Diesmal fand ich ein dankbares Opfer für mein nicht ganz
perfektes Spanisch, indem ich auf spanisch bestellte und mich dadurch
in ein längeres Gespräch fast ohne Englisch verwickelte. Mein
Vokabelheft half mir aber dabei. Offensichtlich verfolgen die Ticos
die Fußball EM sehr aufmerksam.
Wieder draußen fing wieder der obligatorische Regen an und ich kaufte
mir endlich einen vernünftigen Regenschirm. Trotzdem war ich ganz
schön platt und bin deshalb wieder im Hostel und gucke mit einem
halben Auge die Spiel Spanien gegen Frankreich.
So weit so gut. Ich schicke euch im Anhang an diese Mail noch ein paar
Grad Celsius mit rüber. Hier sind eindeutig zu viel.
Grüße aus Mittelamerika,
Ben
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