Samstag, 30. Juni 2012

Neunter Tag,

Heute konnte ich mal richtig ausschlafen. Früher ins Bett gehen lohnt sich also doch.
Trotzdem war ich heute als erster wach. Selbst alle Leute vom Staff-Team haben noch geschlafen. Also durfte ich sehen, wem das Hostel gehört, wenn niemand sonst Anspruch erhebt. Es waren vor allem die Obstfliegen und Paul (der doch hauptsächlich Paul und nicht Pueblo heist).
Wenn niemand den Müll raus bringt, dann sammelt sich eine beachtlich viele Drosophila in der Küche. Ist ja auch sehr einfach für sie, da dieses Hostel keine Fenster hat. Was die Leute hier wohl im Winter machen?
Ich machte erstmal den Abwasch, von dem was gestern noch übrig geblieben ist und verfütterte den Großteil meiner Leberwurst an Paul, indem ich ihn Parkour laufen ließ. Ich wartete auf Claudia, dass sie aufwacht und wir mir eine Sim Karte besorgen, mit der ich auch mobiles Internet haben kann und ich nicht total aufgeschmissen bin, wenn ich in der Einöde an der Küste sitze.
Wir waren dann auch pünktlich am Geschäft, aber leider war es schon zu. Vielleicht werden die Siestazeiten hier etwas großzügiger genommen. Naja, so konnten wir wenigstens was einkaufen gehen, wobei ich diesmal meine Vorräte aufbrauchen will und erstmal nichts weiter als eine Ananas für morgen eingekauft habe. Mal sehen wann ich sie nicht mehr sehen kann.
Gestern hat Andrés eine auch ihm unbekannte Frucht angeschleppt. Und er kommt aus Kolumbien! Die Frucht heist Guanábana und schmeckt wirklich sehr gut, auch wenn man das Gefühl hat ein glibbriges Ei zu essen. Sie schmeckt ein wenig nach Zitroneneis und Litchi und kostet, wie ich heute gesehen habe 4 Dollar für 200 Gramm. Muss also irgend etwas neues sein. Vielleicht wird sie ja irgendwann Papaya und Ananas vom Tron stoßen.
Hier habe ich mal ein Foto von einer nicht-Banane (plantain):


Dann habe ich einen Großteil des Tages damit zugebracht mein Skype Konto mit meiner Visa-Karte aufzuladen. Das ist nicht so einfach, wie es sich anhört. Offensichtlich sind alle Onlinegeschäfte von Costa Rica aus nicht einfach zu bewerkstelligen. Paypal, meine Bank und meine Visa-Karte wollten alle nicht funktionieren. Ich musste erst meine Handynummer zurücksetzen und mir eine Sicherheitsnummer schicken lassen. An Handys in Costa Rica kann ich die Nachricht übrigens auch nicht senden. So musste mir erst Jony mit seinem Handy in Deutschland aushelfen.
Nachdem ich endlich mein Skype Konto aufladen konnte, konnte ich endlich bei meine Versicherung anrufen. Trotz 24 Stunden Service geht auch nach 20 Minuten dauerklingeln niemand ran. Ich versuche es heute Nacht um 12 noch mal, wenn es bei euch 8 Uhr morgens ist. Ich brauche unbedingt einen Beweis, dass ich versichert bin.

Neben den unangenehmen Dingen konnte ich heute auch das erste mal mit Jony videotelefonieren. Ich habe ich gleich mal einen Rundgang in meinem Hostel spendiert und er hat das Periodensystem abfotografiert. Danach wurde ich abrupt unterbrochen, weil Claudia unbedingt mit Jony telefonieren wollte. Da hatte ich schnell nichts mehr zu melden. Sieht so aus, als währe Claudia Jonys Charm erlegen. Sie hat uns beide schon nach Canada eingeladen. Ich musste mir das allerdings teuer mit Pasta erkaufen!

Jetzt ist erstmal Kultur dran, denn während es draußen regnet, wird hier "Shoot em up" geguckt. Jedes mal, wenn hier geschossen wird, schreit David, ein Amerikaner, neben mir laut auf.

Hier haben wir uns alle mal was kariertes angezogen:


Grüße vom rennenden Ampelmännchen und mir,


Ben


Nachtrag:
Ich habe jetzt bis 12 Uhr nachts gewartet, dass es bei euch 8 Uhr wird. Jetzt konnte ich auch die Versicherung erreichen und morgen um 8 geht die Bearbeitung los. Bis um 12 sollte ich dann eine Bestätigung per Mail haben. Dann ist es hier um 5 Uhr morgens, also die Zeit, wenn ich aufbrechen will. Na mal sehen ob das so klappt, wie ich mir das vorstelle.


Gute Nacht, bzw. guten Morgen!

Freitag, 29. Juni 2012



Hallo zu meinem 8. Tag aus San José!

Langsam geht meine Zeit hier in der Hauptstadt zu ende und ich lerne immer noch jeden Tag neue Leute kennen. Auf dem Foto ist Siobhan (eine Australierin) zu sehen, wie sie gerade das Hostel verschönert. 
Die zwei Hunde hier aus dem Hostel rennen gerne mal auf die Straße, daher wird die Tür jetzt mit großen Holzplatten dich gemacht. Bisher war die Tür, die nur aus Stäben besteht, nur mit Kaninchendraht gesichert. Hier sitzt sie gerade noch etwas stoned von den Sprühfarben neben ihren Bild und grinst. Ich glaube deshalb standen wir alle draußen und haben ihr beim arbeiten zugeschaut ;-)
Eben hat sie mir mir ein vegetarisches Sandwich gemacht, weil ich hier bis jetzt morgens immer meine Papaya, Ananas, oder Wassermelone geteilt habe. Eine Ananas zum Beispiel kostet etwa 90 Cent und reicht für viele Leute.


Ansonsten war ich heute sehr sehr lange für meine Handschuhe und ein wenig Hundefutter mit Claudia unterwegs. Das Gute ist, dass sie Spanisch als zweite Muttersprache hat und das einiges erleichtert. Für den Werkzeugladen zum Beispiel mussten wir durch die ganze Stadt laufen. Ungefähr dort, wo ich hinmusste um mit dem Bus nach Cartago zu fahren. Dafür habe ich jetzt sehr schöne gelbe Handschuhe  mit ordentlich Grip.


Damit bin ich jetzt perfekt gerüstet, um alle möglichen Gartenarbeiten zu machen. 
Auf dem Rückweg wollten wir noch Hundefutter und ein anti-Wurmmittel einkaufen. Allerdings hatten alle Tierläden weder Tierfutter, noch Medikamente. Der erste Laden in den wir kamen, hatte überall im Schaufenster kleine Käfige mit Welpen und Kätzchen zu stehen. Pro Käfig ein Welpe. Alle waren extrem aufgeregt, als ich hinkam. Alle wollten sofort lecken und dass ich sie mitnehme. Ich verstehe nicht, wie die Ladenbesitzer das fertig bringen.
Weiter hinten im Laden war der kleine Käfig auf dem Foto, wo viele Welpen zusammen eingesperrt waren. Offensichtlich hatten alle starken Durchfall, denn überall auf dem Boden war Kacke verschmiert und es stank entsetzlich. Dass der Boden total verschmiert war habe ich anfangs nicht gesehen und deshalb habe ich meine Hand rein gehalten. Sofort kamen fast alle Welpen an und wollten gestreichelt werden. Einige versuchten an meinem Arm aus dem Käfig zu kommen und beschmierten meinen Arm mit der Scheiße. Erst da bemerkte ich, dass alle Durchfall hatten.
Auf dem Foto sieht man mal die traurigen Hunde.


Der Hund ganz links hat sich kaum noch bewegt, bzw. ich konnte mit Mühe erkennen, dass er noch atmet. 
Die Hundekacke hatte ich dann noch die ganze Zeit am Arm, denn ich konnte mich nirgendwo in der Stadt waschen. Wir sind erst wieder kurz vor dem Hostel an einem Restaurant vorbeigekommen. Bis dahin war sie schon trocken, stank aber immer noch super heftig. Ich habe mir Mühe gegeben möglichst nichts anzufassen und ich hoffe ich habe mich jetzt nicht angesteckt!

Alle anderen Läden in denen wir waren hatten zwar auch kein Hundefutter, dafür aber auch keine Hunde und Katzen eingesperrt. Selbstverständlich hatte dann erst der letzte Laden in dem wir waren die Medikamente und das Futter und das auch noch in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hostel. Murphy's law. 

Übrigens hatten die meisten Hunde in den Käfigen die gleiche Rasse wie Paul und alle hatten einen kupierten Schwanz.


Mit anbei füge ich wieder ein Foto von mir und das Foto von einem schönen Haus aus der Stadt.



Das Foto habe ich heute mal auf dem Klo geschossen, weil ich die nächsten Tage eh nicht woanders hingehen kann.

Grüße aus dem regnerischen San José,

Ben


Kleiner Nachtrag:
Es ist hier jetzt kurz nach 11 Uhr und bei euch wird jetzt gerade 7 Uhr. Heute kamen hier sehr viele Canadier an und man verfällt nach einer gewissen Zeit immer in die gleichen Strukturen (in der Reihenfolge):
- woher kommst du (Antwort abwarten, dann seine Herkunft verraten)
- fragen wie lange man bleibt (siehe oben)
- evtl. fragen was man in der Zeit hier macht (Optional)
- fragen wo es danach hingeht (die meisten hier reisen weiter nach Nicaragua, oder Panama)
- fragen wie man heist (wieder antworten)
- entweder in tiefer gehende Gespräche abdriften, oder sich seinen bisherigen Gesprächspartnern zuwenden

So kann man in kurzer Zeit viele Leute effektiv "abarbeiten" und lernt viele neue Menschen (und Namen) kennen. Das witzige ist, dass alle genau nach diesem Schema handeln. besonders Claudia. Sie macht hier "Facebook friend harvesting". Nahezu alle Leute werden gleich mal befreundet. Sie kennt natürlich alle ihre Freunde persönlich ;-)

So, ich mach jetzt gleich heia, nachdem ich gestern unbedingt noch "The Expendables" gucken musste und völlig übermüdet hier saß und auf ein baldiges Ende hoffte. 
Ich kann den Film auch noch kurz zusammenfassen: Viele Explosionen.

So, das wars. Nachti!

Donnerstag, 28. Juni 2012

Hallo an alle traurigen Fußballfans,

Tut mir leid, dass ich die Wunde auf so fiese Art noch mal aufreißen musste. Aber wir hatten hier in San José einen großen Aussenstützpunkt. Soll heißen bis vorhin hatten wir noch 10 Deutsche und wir alle waren für unsere Mannschaft. Da kommt man ans andere Ende der Welt und spricht trotzdem fast nur deutsch.
Ich habe mich heute hier gut mit der Claudia (auf dem Bild links) angefreundet. Sie will leider die ganze Zeit deutsch lernen und sie hilft mir mein englisch noch weiter zu verbessern.
Wir waren vor dem Spiel einkaufen (was hier wirklich verdammt!! teuer ist) und haben bananenartige Früchte gekauft. Also sie sehen aus wie Bananen, schmecken wie Bananen, sind aber keine Bananen. So habe ich sie jetzt not-bananas getauft.
Die Mädels Claudia und Laura (auf dem Foto rechts) haben mir dann die Banane in viel Öl gebraten und dann in Zucker gewälzt. Bestimmt ganz mager ;-)


Erst danach kam der nicht so schöne Part mit dem Spiel. Bei uns beginnen die Spiele hier schon um 12:45 Uhr also hatten wir danach noch Zeit. Die meisten Deutschen sind unmittelbar nach dem Spiel abgereist. Naja um genau zu sein, bin ich wieder alleine. 

Mitch (der mit dem zerbissenen Fuß) hat gestern angefangen ein paar Tischlerarbeiten hier für das Hostel zu machen und darf dafür kostenlos hier wohnen. Heute morgen war er im Hinterhof beschäftigt als er Stacheldraht zu Seite räumen wollte und sich fast den rechten Fuß dabei abschnitt. Er hatte eine tiefe Schnittwunde direkt am Knie entlang, die heftig blutete. Ich war zu dem Zeitpunkt gerade noch mit Paul (wie ich erfahren habe eigentlich Pueblo) in der Stadt unterwegs. Als ich zurück kam lag er gerade im Flur auf der Couch und er hatte sich notdürftig mit Klebeband und einem bisschen Zellstoff die Wunde verbunden. Darüber hatte er ein Handtuch über dem Knie fest zugebunden, damit die Wunde nicht so stark blutet. 
Ich habe ihm gesagt, dass das keine gute Methode ist eine Wunde zu behandeln. Er hat keine Auslandskrankenversicherung und deshalb Angst zum Arzt zu gehen. Er will eigentlich erst am 1. August zurück nach Canada. er wollte seine offene Wunde einfach unbehandelt lassen. Ich gab ihm etwas von meinem Verbandsmaterial, dem Desinfektionsspray und meinen Schmerztabletten und versorgte ihn mit Wasser und Eis für seine Wunde. Er meinte zu mir die Wunde steht offen, weshalb ich ihm dringend empfahl zum Arzt zu gehen und sich das waschen und nähen zu lassen. André (der Barkeeper) setzte sich mit ihm schließlich in ein Taxi, und fuhr mit ihm zum Arzt. Mitch ist jetzt 240 Dollar ärmer, darf dafür aber sein Bein behalten und hat eine schöne Erinnerung an Costa Rica. In 10 Tagen soll alles wieder gut sein. Und noch viel wichtiger, er darf trotzdem trinken.

Jetzt später kamen 2 Australier und eine Chinesin, die aufgrund diplomatischer Schwierigkeiten zwischen Nicaragua und China nicht in Nicaragua einreisen durfte. Sie kam aus Panama, fuhr bis zur Grenze, wartete dort eine Stunde und wurde dann sehr unsanft wieder rausgeworfen. Sie musste dann von dort den ganzen Weg nach San José zurücklegen und war jetzt 24 Stunden unterwegs. So stranden hier die Leute.


Ich strande übrigens am Montag in Pacuare. Ich bin am Montag um 7 Uhr in Tibas, was unmittelbar nördlich von San José liegt, und regel dort einigen Papierkram. Ich zahle 10 Dollar pro Tag. Dort sind Unterkunft und 3 Mahlzeiten täglich mit drin. Erstmal bezahle ich für 45 Tage also 450 Dollar plus 200 Dollar, als eine Art Pfand, dass ich wirklich so lange dort bleibe Sie wollen so verhindern, dass die Leute einfach nach der Einführung wieder gehen und sie zu diesem Zeitpunkt einfach nur günstig gelebt haben. Das Geld bekomme ich dann aber wieder, oder ich investiere es in weitere Tage dort (was wahrscheinlich passieren wird).
Von dort wird dann mein Bus um 9 Uhr Richtung Pacuare abfahren. Irgendwann während der Fahrt geht es dann per Boot weiter, was 2 Stunden braucht um dort anzukommen. Das Boot fährt dann immer Montags und Donnerstags. Ich denke mal, dass ich dort dann erstmal kein Internet haben werde. Aber das will ich morgen noch mal nachfragen.
Ich muss eine ganze Reihe an Voraussetzungen mitbringen (ich kopiere jetzt einfach mal):

The RA's should:
- be 20 years of age or older and in good physical condition.
- be fluent in the English and Spanish (basic) language.
- have an educational background (undergraduates or graduates) in Biology, Marine
Biology, Resource Conservation, Ecology, Environmental Education, Veterinarian
Medicine, Wildlife Management, Oceanography, Zoology and/or experience in working
with Sea Turtles.
- be willing to a firm commitment to work a minimum at least two and half months,
- preferably three months or more in the project.
- be interested in sharing his/her knowledge and to stimulate in the volunteers the
- interest for the protection and the conservation of the Sea Turtles.
- be a responsible, hard working, communicative, and enthusiastic person. Capable to
live in very rustic and basic living conditions (dormitories and shared outside
bathrooms) and under adverse climatic conditions. Usually it is very hot with 100% of
humidity, frequent rain and very heavy sometimes. With lots of mosquitoes and/or
sand flies plus the risk of Malaria and/or Dengue fever.

The common duties will be serving as a group leader in the teams of volunteers
that patrol the beach at night in search of nesting sea turtles and to be assured that all the
activities of research and protection are carried out correctly. The RA will be responsible for
tagging of turtles and for correctly recording data and research information for each turtle.
These data include the measurements of the turtle shell as well as of the nest that she
makes, numbers on the metal tags/PIT tags, number of eggs and location of the nest on the
beach. Sometimes the nests should be recollected and relocated in a safer place on the
beach or sent to one of the hatcheries where other volunteers in charge will make a new nest
according to the previously taken measurements and the eggs should be placed inside in the
same order as the turtle laid them. The number of eggs, the location of the nest inside the
hatchery and the numbers of the turtle's metal tags/PIT tags (identification of the turtle)
should be registered by the volunteers in charge of the hatchery at that time for further
analysis of the data including the hatching success. The night patrols will be carried out in
two shifts of four hours, one 8 p.m. to 12 midnight and the other one from 12 midnight to 4
a.m. As member of the project staff, the RA's will be asked some times to work longer hours
than other volunteers. Moreover, the RA's should work on their own respective and specific duties according to the
positions they were assigned.


Best regards,

Suvi




Damit währe dann auch eigentlich alles gesagt ;-)
Das einzige was ich jetzt noch brauche, ist die schriftliche Bestätigung von meiner Reiseversicherung. Bisher habe ich nur das Überweisungsformular, was wahrscheinlich nicht ausreicht. Ich habe heute schon Kontakt mit der Versicherung aufgenommen.
Alles weitere (ich habe noch eine Liste mit den benötigten Materialen) habe ich vollständig zusammen.

So, dann wieder ein Bild von mir und meinem Frühstück.




Grüße aus San José,

Ben


Mittwoch, 27. Juni 2012


Hallo für eine Zusammenfassung von 6. Tag:

Gestern wollte ich eigentlich nur drinnen bleiben, weil ich mir in Cartago einen fiesen Sonnenbrand im Nacken zugezogen hatte. So stand ich gehen 6 Uhr auf, und war etwa von 7 bis 8 in der Stadt um ein paar Einkäufe zu machen. Vor allem Wasser und Vitamine gegen den Sonnenbrand.
Als gegen 8 dann die Sonne zu stark wurde musste ich umkehren und wollte mich um die Einrichtung des Blogs kümmern. Allerdings kam ich nicht sehr weit. Da es bewölkt wurde und Elias und Corina gestern ihren letzten Tag hier hatten.
Mit Elias hatte ich mich schon vor einigen Tagen angefreundet, als er mich zum Essen einlud und ich mit ihm zusammen echte italienische Pasta machte. Er ist nämlich Italiener, spricht aber auch ausgezeichnet deutsch und englisch. Er studiert zusammen mit Corina in Californien.
Zusammen mit den beiden und mit Mitch (der Typ mit dem stark zerstochenen Fuß)

machten wir uns gegen 11 Uhr wieder auf den Weg in die Stadt um etwas zu erleben und was zu essen.
Mitch kam gestern früh hier an und wir befreundeten uns sofort. Er ist eigentlich Tischler aus Canada, arbeitet aber zusammen mit seine Schwester auf einer Ölplattform.
Wir gingen auf den überdachten Markt, wo wir uns was zu essen holten, während  der Regen draussen so stark wurde, dass wir uns in wegen dem lauten Blechdach teilweise nicht mehr unterhalten konnten. Ich hatte eine Hühnersuppe.
Es schmeckte auch nach Hühnersuppe. Allerdings lag dort ein halbes Huhn im Stück mit drinnen. Auch die Beilagen kannte ich zumeist nicht. Neben Kochbananen und einer Kartoffel glaube ich noch eine gekochte Mango zu erkennen und noch eine weitere mir unbekannte Frucht. Auch wurde mir alles zu Burritos, Tacos und Quesadilla und so weiter erklärt. Letztendlich benutzt man eine rundes Fladenbrot (das selbstverständlich kein Fladenbrot ist, sondern nur so aussieht und so schmeckt ;-)
und faltet es auf unterschiedliche Arten und jedes mal entsteht dabei ein neues Gericht, mit neuem Namen. Das ist mir zu kompliziert. Das war auch der Grund für die Hühnersuppe. Dazu nahm ich mir einen Fruchtcocktail.
Die gibt es hier an jeder Ecke für ein Taschengeld und mit unterschiedlichsten Mischungen. Davon habe ich insgesamt 3 getrunken. Daneben findet man häufig an Straßenecken, der nicht von Touristen überfluteten Straßen, kleine Obststände. Viele davon bieten kleine Früchte an, die gelblich, rot sind und viele sehr weiche Stacheln haben. Wenn man sich durch die dicke weiche Schale kämpft, dann findest man etwas, das so aussieht wie das Fruchtfleisch von Litchi, schmeckt aber noch viel süßer. Leider konnte ich gestern kein Foto davon machen, weil ich meine Kamera im Hotel gelassen hatte. Ich hole es aber nach, wenn ich noch mal solche Früchte kaufe.

Nach dem Regen gingen wir auf den Platz der Kultur und beobachteten Tauben wie sie japanische Touristen attackierten. Das machte uns durstig und wir mussten einen Ort suchen, wo Brause verkauft wird. Dort tranken wir dann einige Brausen und unterhielten uns über deutschen und italienischen Fußball. Bald wird es ja ernst für das deutsch-italienische Verhältnis! Wir sprachen auch über die Mückenstiche von Mitch. Er war 2 Wochen an der Pazifischen Küste in Sámara. Das liegt auf einer Halbinsel im Norden von Costa Rica. Offensichtlich gibt es dort nämlich wenig Touristen und viele Moskitos. Er hatte kein Netz und kein Insektenschutzmittel dabei, weshalb er jetzt so stark zerstochen ist.
Wir machten uns nach 6 auf den Rückweg (also es war schon stock duster), denn Eias und Corina mussten um 1 Uhr am Flughafen sein. Sie fliegen wahrscheinlich immer noch nach Californien, weil sie eine super ungünstige, dafür aber billige Route fliegen und dafür insgesamt 15 Stunden brauchen. Fast so lange wie ich von Deutschland nach Costa Rica!
Auf dem Rückweg machten wir Bekanntschaft mit einem echten San Joséianer. Er war 19 und niemand konnte sich später an seinen Namen erinnern. Er war sehr interessiert, woher wie kommen und wie lange wir hier bleiben wollten. Ich war anfangs sehr skeptisch, aber er war wirklich einfach nur nett und wollte mit uns reden. Wir gingen noch mal mit ihm in ein Restaurant, wo wir alle zusammen aßen und uns kennenlernten.
Wir mussten das aber irgendwann beenden, weil die beiden ihren Flug kriegen mussten. Also beeilten wir uns zurück zum Hotel zu kommen und uns zu verabschieden.

Mitch und ich saßen noch mit den 3 deutschen Mädchen eine Weile zusammen und quatschten. Sie wollten heute schon um 5:30 Uhr aufstehen um mit dem Bus in eine Nachbarstadt nördlich von hier zu fahren. Also gingen sie recht früh schlafen und ich hinterher.

Heute plane ich meine weiteren Tage und suche mir eine Route raus um noch etwas von dem Land zu sehen. Jetzt hole ich mir gleich einige Bücher aus der Reisebibliothek und mach mir einen Kaffe.



Grüße aus San José und extra Grüße an die Mutter

Dienstag, 26. Juni 2012

Und wieder ein ¡Hola! aus San José,

Heute habe ich wie versprochen meine Tour nach Cartago gemacht. Bei
sonnigem Wetter spazierte ich heute ganz ohne die Unterstützung von
Kaffe, oder Sonnencreme bis auf die andere Seite der Stadt. Denn nur
von dort fährt der Buss nach Cartago. Ganze 50 Cent umgerechnet, oder
520 colónes hat mich der Spaß gekostet die 22 Kilometer zurückzulegen.
Ich frage mich, wie die Menschen das hier bezahlen sollen... Naja,
kann ja nicht alles so günstig sein wie die BVG. Ein Hoch auf die BVG!

Dort angekommen sprang ich bei der ersten Gelegenheit aus dem Bus,
weil ich annahm, dass Cartago eine ganz kleine Stadt sein muss und der
Bus noch bis Turrialba, also 30 Kilometer weiter fuhr. Tja, Cartago
ist nicht so klein wie ich dachte. Also lief ich insgesamt circa eine
Stunde bis ins Zentrum. Jetzt habe ich wenigens den Dreh raus, wenn
ich mich sogar in einer völlig fremden Stadt, völlig ohne Straßennamen
orientieren kann. Man muss immer nach Auffälligkeiten gucken, wie
Parks, Kirchen, oder wenn möglich, nach Hauptstraßen. Machen die Ticos
hier ganz genauso. Sie kennen die offiziellen Bezeichnungen der
Straßen nämlich auch nicht.
Ist sowieso total willkürlich benannt. Das einzige, was System hat,
ist dass Straßen von Ost nach West immer Avenidas sind und Straßen von
Nord nach Süd immer Calles. Auf Calle 2 folgt zum Beispiel die Nummer
17 und dann die 7. Habt ihr das System erkannt? Richtig.

So, dort war ich dann schon total vertrocknet und quasi nur noch ein
laufendes Gerippe. Deshalb ging ich wieder in die nächste Panaderia
(Bäckerei).




Weiter ging es dann zur Basilica de Nuestra Senora de los Àngeles, der
Grund, warum es überhaupt noch Cartago gibt. Wie ich schon gestern
schrieb ist die Kirche unglaublich wichtig, weil hier nämlich im Jahr
1635 eine Eingeborene ein circa 1 Meter große Holzpuppe fand, die
wahrscheinlich von den Ureinwohnern hergestellt wurde. Sie nahm die
Puppe mit nach Hause und war am nächsten Tag nicht mehr bei ihr,
sondern wieder an dem Platz, wo sie sie gefunden hatte. Das Spiel
wiederholte sich noch ein weiteres Mal. Und deshalb wurde um die Puppe
herum eine Kirche gebaut und die Puppe selbst mit Diamanten und Gold
komplett verpackt. Ich habe mal ein Foto mit hochgeladen. Sie ist
heute in der Mitte des Altars. Ich konnte sie jedenfalls nicht
entdecken. Sie heißt La Negrita, was so viel wie "Die schwarze
Jungfrau" bedeutet, denn offensichtlich war sie schwarz. Naja heute
ist sie das wichtigste Heiligtum des Landes und die Patronin des
Landes.
Das nenne ich mal eine Karriere.





Die Kirche selbst wurde mehrfach von dem angrenzenden Vulkan Irazú und
Erdbeben zerstört. Die Puppe selbst blieb aber immer gut verpackt
erhalten. Die Bilder von der Kirche habe ich schon selektiert und
immer noch sind es so viele. Die Kirche ist wirklich sehr schön!

Leider konnte ich nicht alles fotografieren, weil in dem
Eingangsbereich, wo die gigantische Orgel steht leider gerade
renoviert wurde. Die Säulen wurden kurz zuvor mit neuen Blattgold
aufgefrischt und überall lag noch Gold herum. Das ist auf dem Foto
Nummer 6 von der Kirche gut zu sehen. Wahrscheinlich heißt das hier
deshalb Costa Rica (reiche Küste), weil hier überall Gold ist.

Danach ging ich die Orte besuchen, an denen ich vorher vorbei gelaufen
war. Das war das Tribulal de Justicia, was nicht so interessant war
und die "Las Ruinas de la Parroquia", eine Kirche die in einem
Erdbeben zerstört wurde, und nicht wieder aufgebaut wurde. Heute steht
nur noch die Grundmauer und es ist ein beliebter Ort zum entspannen.
Überall saßen Menschen auf dem Rasen, in und um die Kirche herum.
Bei der Kirche gibt es eine Legende, wonach ein Kopfloser Mönch-Geist
bei Nebel durch die Kirche laufen soll. War zum Glück kein Nebel und
so musste ich mich nicht gruseln.





So, 2 Stunden später und knapp 50 Cent ärmer war ich wieder in San
José und lief wieder Richtung Herberge. Diesmal wieder in einem
komplett anderen Teil der Stadt und ich benötigte die Hilfe einiger
Ticos, um wieder auf Kurs zu kommen. Mit der Karte kamen sie nicht gut
zurecht. Dafür habe ich mich aber sehr gut mit ihnen Unterhalten. 2
von ihnen waren Taxifahrer und versuchten mich sehr subtil zu einer
Taxifahrt ins Hotel zu überreden, aber ich lief trotzdem. Die Ticos
blieben wirklich sehr nett, als als ich nicht mitfuhr.
Ich fand auf dem Rückweg in einem der zahlreichen Obstläden Kokusnüsse
und fragte, ob ich eine davon trinken könnte. Während der Obsthändler
meine Kokusnuss zerhackte fragte mich der Kunde hinter mir intensivst
aus, woher ich komme, ob es mir hier gefällt und wo ich jetzt wohne.
Man kann von mir auch ein Foto sehen, wie ich gerade die Kokusnuss
trinke. Allerdings musste ich mich beeilen, weil es verdammt peinlich
ist sich in de Öffentlichkeit mit einer Kokusnuss zu fotografieren.
Deshalb gucke ich auch so blöd.





Zurück in der Innerstadt machte ich noch mal einen Abstecher auf dem
Plaza del la Cultura, unter dem sich das Goldmuseum mit der
Bunkerflair befindet. Ich wollte mal ein Foto von den Diabetes Tauben
machen, denn viele von ihnen hatten verkrüppelte Füße. Ich überlegt,
ob ich nicht auch noch ein wenig Brot verfüttern wollte, ließ es aber
sein.





Noch mal eine Anmerkung zu dem Foto, was noch von gestern Abend ist
und was ich Drogen getauft habe. Einer der 3 Wirte wollte Ivan und mir
unbedingt seine Erfindung zeigen, mit der man 6 mal schneller Pflanzen
züchten kann. Sein Aufbau ist der Tisch in der Mitte mit den Pflanzen
drin. Laut eigener Aussage hat er bereits 25000 Dollar in das Projekt
investiert. Rausgekommen ist der Tisch. Ivan (rechts auf dem Foto) und ich waren sehr
beeindruckt.




Offensichtlich arbeitet er als Investment Banker
(behauptet er jedenfalls) und will sich mit Hydrokulturen ein zweites
Standbein aufbauen. Dafür wird er aber sehr wenig Zeit finden, da er
spätestens ab 7 Uhr heftig stoned ist (für die Älteren: unter
Drogeneinfluß) und dann nur noch sehr langsam spricht, dafür aber Wii
spielt (für die Älteren: Videospiele spielt). Er sorgt in der Küche
mit seinem Hobby für ein würziges Aroma.
Gestern wollte er mir unbedingt eine Ananas auf den Rücken sprayen,
die ich optional für 15% Preisnachlass auch tätowieren lassen kann.
Ich denke noch drüber nach.

So lange ich denke freunde ich mich mal mit den 3 deutschen Mädchen
an, mit den ich ab jetzt mein Zimmer teilen werde. Nebenher läuft hier
im Fernsehen, wie man auf 1000 verschiedene Arten sterben kann. Jede
Version wird anschaulich mit gläsernen Menschen animiert. Sehr
kulturvoll ;-)
Aktuell: Qecksilbervergiftung

So ich nehme mir jetzt ein Bier (für die Älteren: eine Brause).




Grüße aus dem sonnigen San José

PS: Ich habe jetzt einen Platz in Pacuare. Später mehr dazu ;-)
Ein "Hallo" aus 9639 km Entfernung,

Heute schreibe ich mal ein wenig später, denn heute war der erste Tag
an dem es nicht geregnet hat und ich lange unterwegs sein konnte.
Heute kam ich ein auch wenig später aus dem Bett, weil ich noch bis um
2 wach blieb und mich mit meinem neuen Zimmergenossen "unterhalten"
habe. Er ist seit Geburt taub und es ist mit ihm nicht anders möglich
zu kommunizieren, als auf englisch zu schreiben. Insgesamt haben wir
mindestens 10 A4 Seiten beidseitig beschrieben. Er ist 33 und macht
eine Weltreise durch insgesamt 80 Länder. Jetzt ist er gerade auf
seiner Südamerika Tour und geht von oben nach unten einmal durch. Er
übernachtet immer nur ein paar Nächte in dem Land und reist dann
weiter. Morgen fährt er weiter nach Panama.

Meine erste Tour heute führte mich zur Kaffemaschine, wo ich gerade
beobachten durfte wie Paul auf den Küchenfußboden einen Haufen machte.
Als ich wenig später wieder in die Küche kam, sah ich gerade wie er
die letzten Reste davon wieder aufleckte. Seit dem versuche ich einen
großen Bogen um ihn* zu machen.

Nach dieser Erinnerung an das Frühstück machte ich mich auf in die
Stadt, um wieder auf den Mark zu gehen. Der hatte natürlich zu, weil
auch hier heute Sonntag war. Naja, also zu Taco Bell. Ich bestellte
Menu Nummer 1 und musste feststellen, dass ich plötzlich eine
Gemeinsamkeit mit Paul hatte: Öliges Hackfleisch ohne Beilagen dachte
ich heute schon mal in ähnlicher Form gesehen zu haben. Klasse.

Danach ging ich in den nord-östlich Teil der Stadt um mir den Parque
Espana und den Parque Morazán. Im ersten Park habe ich die Statue mit
dem Schwert fotografiert. Wenn ich jetzt besser fotografieren könnte,
dann würde man besser erahnen, wie krass das aussah. 






Die Stature erinnerte mich irgendwie daran, wie die ersten Europäer nach Costa
Rica gekommen sind und das Land entdeckt haben. Eigentlich, so stand
es im Reiseführer, hätte es hier eine reich verzierte Stature von
Christoph Columbus geben müssen. Gab es aber nicht. Der Park war sehr
klein und auch Ticos konnten nur auf eine Gedenktafel verweisen.
Nebenan steht das Jademuseum, das mit der umfangreichsten Sammlung auf
dem amerikanischen Kontinent in sehr guten Zustand glänzen soll.
Daneben steht das gelbe Haus (Casa Amarilla) von meinen Fotos. 






Es ist im klassischen kolonial Stil erbaut. Viel wichtiger, hinter dem Haus
steht ein Stück der Berliner Mauer. 






Noch weiter hinten habe ich das
Foto von dem verwunschenen Garten Bolivar aufgenommen. Leider kommt
man wirklich nicht rein.






Weiter Richtung Osten gab es noch einen Park mit vielen Staturen im
Parque Nacional zu sehen. Das große Denkmal erinnert an den
Bürgerkrieg von Costa Rica. Es ging darum, dass das Land Demokratisch
regiert werden sollte.





Danach ging ich noch mal durch die Innenstadt, machte dies und das und
habe mir das Treiben in La Sabana angeguckt, alles was unter 18 war
hatte Räder unter den Füßen. Überall gab es Heerscharen von
Skateboardern und Rollschuhfahrern.
Und schon war es um 6 und ich musste wieder ins Hotel.

Morgen geht es mit dem Bus nach Cartargo, 12km von San José entfernt.
Ursprünglich war das die Hauptstadt, wurde aber vom nahe gelegenen
Vulkan Irazú und später von zwei Erdbeben nahezu komplett zerstört.
Weil hier aber erstens eine super wichtige Kirche steht und später ein
wichtiges Kaffehandelzentrum draus wurde, wurde die Stadt immer wieder
aufgebaut.

So, langsam werde ich hier von Mücken gequält, die unbedingt an meine
Beine wollen. Deshalb gehe ich jetzt schlafen.



Grüße aus der Bar von mir und Ivan

*Paul ist der Hund, also nicht etwa der Wirt hier
¡Buenas notches!

Dritter Tag:
Heute bin ich sehr früh aufgestanden. Schon um 3:30 Uhr bin ich wieder
aktiv geworden und habe die Mädchen aus Québec verabschiedet, die so
früh ihren Flug kriegen mussten. Entsprechend hatte ich lange Zeit zum
Frühstücken und Kaffe trinken. Gegen 7 bin ich zur Schmetterlingsfarm
ganz im Nord-osten, also am anderen Ende der Stadt, aufgebrochen um
pünktlich um 8 Uhr dort zu sein. Nach einer Stunde Fußmarsch kam ich
bei gefühlten 30 Grad dort an. Der Eintritt hat mich 2000 Colónes
gekostet. Hätte ich in Dollar gezahlt, dann hätte ich fast das
doppelte gezahlt.








Die Farm wurde von einem schwarzen Netz überspannt und im inneren war
es unglaublich warm und feucht, deshalb sehe ich diesmal auf dem Foto
so fertig aus. Tatsächlich gab es dort sehr viele Schmetterlinge zu
sehen und es wurde alles rund um die Familien und die Lebensweise
erklärt. Ich konnte allerdings nicht alle Schmetterlinge
fotografieren, weil sie dazu still sitzen mussten und die meisten
schon sehr aktiv waren.
Besonders ein großer blauer Schmetterling. Wegen ihm war ich extra
zuerst zur Farm statt ins Museum gegangen, weil er nur morgens aktiv
ist. Aber er war ein wenig zu aktiv! Er setzte sich wenn dann immer
nur für Sekundenbruchteile auf ein Blatt um dann wieder
durchzustarten. Die Farm ist U-förmig und das wusste er auch. Denn er
flog immer schön von einer Seite zur anderen und ich hinterher. Selbst
mit Serienbildaufnahme konnte ich ihm nicht beikommen. So hab ich
einfach seinen Kollegen im Schaukasten fotografiert. 






Ich kann aber versichern, das er wirklich sehr schön geleuchtet hat in der Sonne.
Am Ende der Verfolgungsjagd entstand auch das Foto auf dem ich so
fertig aussehe. An die Farm angeschlossen gibt es noch einen
Dschungelpfad, der einmal zum Rio Torres runter und wieder rauf führt.
Das witzige ist, dass gleich nebenan die viel befahrene Straße 108
lang führt. Die Autos, besonders die LKWs, sind teilweise so laut,
dass einem fast die Trommelfelle platzen. Ein paar Meter weiter am Rio
Torres hört man davon nichts mehr und man fühlt sich gleich wie auf
einer Expedition.






Dort durfte ich auch gleich Bekanntschaft mit Moskitos schließen. Mal
gucken, was ich in der Krankheitslotterie ziehe...
Danach ging es wieder zurück in die Zivilisation, erst zum Parque
Morazán und dann ins Museo de Oro Precolombino y Numismática. Es liegt
unterirdisch direkt neben dem Theater, was ich schon zwei mal
fotografiert habe. Von außen hat es etwa den Charme von einem Parkhaus
(siehe Foto "Eingang Museo de Oro Precolombino y Numismática").






Aber der Eindruck täuscht. Ich zitiere mal den Lonely Planet: Das
Museum ist Eigentum der Baco Central und die dunkle und brutale
Architektur erinnert an die warme und gemütliche Behaglichkeit eines
Banktresors. Ich kann mich da anschließen.
Die Preise für das bisschen Kultur sind eine Unverschämtheit und auch
das Personal vor Ort lässt bei einem das Gefühl entstehen irgendetwas
falsch gemacht zu haben. Dabei wurden manche Exponate lautstark mit
einem Laubgebläse gereinigt. Der Staub war durch die Scheinwerfer gut
zu sehen.
Wie dem auch sei, bin ich im Museum, nach der ein-Raum-starken
Ausstellung zu Geld (schnarch), in die Abteilung Precolombino (also
präcolumbianisch) gekommen. Und überall war Gold!!!
Ich habe mal einige Fotos hochgeladen. Das ist nur eine Auswahl. Ich
habe zwar versucht wie ein Japaner zu fotografieren, aber die
Ausstellung war wirklich sehr umfangreich. Jedenfalls konnte ich nicht
alles tragen...







Wieder draußen ging ich wieder zu den Markthallen von gestern und aß
noch einmal Casado con pollo (pojo ausgesprochen, wie das doppel l in
Mallorca). Diesmal fand ich ein dankbares Opfer für mein nicht ganz
perfektes Spanisch, indem ich auf spanisch bestellte und mich dadurch
in ein längeres Gespräch fast ohne Englisch verwickelte. Mein
Vokabelheft half mir aber dabei. Offensichtlich verfolgen die Ticos
die Fußball EM sehr aufmerksam.
Wieder draußen fing wieder der obligatorische Regen an und ich kaufte
mir endlich einen vernünftigen Regenschirm. Trotzdem war ich ganz
schön platt und bin deshalb wieder im Hostel und gucke mit einem
halben Auge die Spiel Spanien gegen Frankreich.

So weit so gut. Ich schicke euch im Anhang an diese Mail noch ein paar
Grad Celsius mit rüber. Hier sind eindeutig zu viel.





Grüße aus Mittelamerika,

Ben

Statusbericht

!Hola Alemana! (die zweite)

So, ein Tag später:
Ich sitze wieder im gleichen Stuhl wie gestern (bei Gelegenheit mache
ich mal ein Foto) und habe wieder eine Regendusche hinter mir. Diesmal
hats mich aber heftiger erwischt. Aber immer der Reihe nach.
Heute morgen habe ich mich nach dem Frühstück erstmal wieder ohne
Kartenhilfe los gemacht und bin prompt im Armenviertel gelandet. Keine
gute Idee, wenn man so weiße Beine wie ich hat. Freundlicherweise hat
mich ein Herr ohne Zähne zurück gelotst. Ich glaube nicht, dass mir
was passiert wäre, aber es sah teilweise schon echt übel aus.
Danach habe ich wieder einen Abstecher in den Park "La Sabana"
unternommen und dann dort eine Stelle entdeckt, an der fast der
komplette Boden mit Mimosen bedeckt ist. Melle, vielleicht erinnerst
du dich an die mickrige Mimose im Botanischen Garten. Hier konnte ich
nicht laufen, ohne darauf zu treten.
Und an Sandra: Es gibt hier nördlich von La Sabana ein Stadtteil der
Rohrmoser heißt. Vielleicht hast du ja Vorfahren hier in der Ecke?
Dann habe ich noch ein paar Blattschneiderameisen gefunden und
fotografiert. Ohnehin gibts hier an jeder Ecke Arten zu sehen, die ich
nicht ohne Glas drumherum kannte.



Heute muss ich auch etwas zurücknehmen, was ich gestern geschrieben
habe. Downtown ist nicht wie jede andere amerikanische Stadt. Das
trifft nur auf die Hauptstraße und Touristenfalle zu. Drumherum gibts
sehr viel einheimische Läden und Restaurants zu sehen. So war ich
heute insgesamt auf drei Märkten, die insgesamt riesig waren, alle
überdacht und fast miteinander in Verbindung stehend. Es sind jeweils
Hallen, die einen gesamten Häuserblock überdachen und drunter stehen
viele kleine Läden. Manche sind auf Tourismus ausgelegt und die weit
größere Zahl ist ein Sammelsurium aus Fleischerläden, Fischläden,
Blumenläden, Imbissbuden, Krimskrams und Läden für den täglichen
Bedarf. Alle Läden zusammen bilden ein Labyrinth aus kleinen Gassen,
die manchmal zu eng für zwei Personen nebeneinander sind.



Dort, ganz im hinteren Winkel wurde ich von einem Tico (so nennen sich
die Costa Ricaner selbst) ran gewunken und sollte das Nationalgericht
probieren. Casado con pollo. Reis mit schwarzen Bohnen, Sauerkraut,
Salat, eine Art Kartoffelpüree und Huhn - ein Foto davon habe ich mal
mit hochgeladen. 



Als Vorspeise gab es eine Fischsuppe, in die ich ein
flüssiges und ultra scharfes Chilli reinmachen konnte. Als Nachtisch
gab es frittierte Kochbananen und ein Bier (cervesa de Imperial). Zu
meiner Überraschung lief dort passenderweise das Deutschlandspiel. Mit
anderen Worten, Volltreffer.
Nach dem äußerst befriedigenden 4:2 war ich erstmal noch für weitere 2
Stunden in den Märkten quasi eingeschlossen, weil es draußen in
Strömen goss. Merkwürdigerweise habe ich nirgendwo Schirme kaufen
können. Also habe ich bei einem cafe con leche (Kaffe mit Milch) eine
Weile dem Treiben zugeschaut.
Später ging ich noch mal neben den Hauptstraßen durch die Stadt und
habe einige Fotos gemacht, als der Regen noch mal so richtig los ging.



Die Straßen haben links und rechts meist tiefe Rinnen. Der Sinn hatte
sich mir nicht erschlossen, weil es gibt ja eine Kanalisation. Also
warum dann so tiefe Rinnen zusätzlich? Der Sinn danach hat sich in dem
zweiten Schauer offenbart. Links und rechts der entstanden binnen
SEKUNDEN reißende Ströme und selbst die Tiefen Kanäle konnten das
Wasser nicht halten. Dabei fließen sie an jeder Kreuzung in die
Kanalisation. Auch davon habe ich mal ein paar Fotos hochgeladen.




Nach dem Schauer machte ich einen neuen Abstecher über den Friedhof
(lag auf dem Weg) und war ich eine Weile damit beschäftigt bei dem nun
dritten Schauer von Hauseingang zu Hauseingang mich wieder zum
Quartier vorzuarbeiten. 



Jetzt sitze ich drinnen und draußen ist es
schon dunkel, obwohl es erst 6:45 Uhr ist. Die Sonne geht hier gegen 6
unter. Und die meisten Geschäfte schließen hier schon ab 4.

Wer noch nicht die Dropbox Freigabe bekommen hat, kann sich mit diesem
Link https://www.dropbox.com/sh/
ne3dwynsdlrg3u6/7H175VLyqc
quasi selbst einladen. Ums dann noch etwas bequemer zu haben könnt ihr
euch auch die Software installieren. Nutzt bitte diesen Link hier: http://db.tt/zXPRysT ,dann bekomme ich auch noch ein wenig Speicherplatz für mehr Fotos. Danach landen die Fotos automatisch
auf eurer Kiste.



Grüße aus Costa Rica, ich studiere hier noch kurz das Periodensystem
(dazu später mehr),

Ben