Ein "Hallo" aus 9639 km Entfernung,
Heute schreibe ich mal ein wenig später, denn heute war der erste Tag
an dem es nicht geregnet hat und ich lange unterwegs sein konnte.
Heute kam ich ein auch wenig später aus dem Bett, weil ich noch bis um
2 wach blieb und mich mit meinem neuen Zimmergenossen "unterhalten"
habe. Er ist seit Geburt taub und es ist mit ihm nicht anders möglich
zu kommunizieren, als auf englisch zu schreiben. Insgesamt haben wir
mindestens 10 A4 Seiten beidseitig beschrieben. Er ist 33 und macht
eine Weltreise durch insgesamt 80 Länder. Jetzt ist er gerade auf
seiner Südamerika Tour und geht von oben nach unten einmal durch. Er
übernachtet immer nur ein paar Nächte in dem Land und reist dann
weiter. Morgen fährt er weiter nach Panama.
Meine erste Tour heute führte mich zur Kaffemaschine, wo ich gerade
beobachten durfte wie Paul auf den Küchenfußboden einen Haufen machte.
Als ich wenig später wieder in die Küche kam, sah ich gerade wie er
die letzten Reste davon wieder aufleckte. Seit dem versuche ich einen
großen Bogen um ihn* zu machen.
Nach dieser Erinnerung an das Frühstück machte ich mich auf in die
Stadt, um wieder auf den Mark zu gehen. Der hatte natürlich zu, weil
auch hier heute Sonntag war. Naja, also zu Taco Bell. Ich bestellte
Menu Nummer 1 und musste feststellen, dass ich plötzlich eine
Gemeinsamkeit mit Paul hatte: Öliges Hackfleisch ohne Beilagen dachte
ich heute schon mal in ähnlicher Form gesehen zu haben. Klasse.
Danach ging ich in den nord-östlich Teil der Stadt um mir den Parque
Espana und den Parque Morazán. Im ersten Park habe ich die Statue mit
dem Schwert fotografiert. Wenn ich jetzt besser fotografieren könnte,
dann würde man besser erahnen, wie krass das aussah.
Die Stature erinnerte mich irgendwie daran, wie die ersten Europäer nach Costa
Rica gekommen sind und das Land entdeckt haben. Eigentlich, so stand
es im Reiseführer, hätte es hier eine reich verzierte Stature von
Christoph Columbus geben müssen. Gab es aber nicht. Der Park war sehr
klein und auch Ticos konnten nur auf eine Gedenktafel verweisen.
Nebenan steht das Jademuseum, das mit der umfangreichsten Sammlung auf
dem amerikanischen Kontinent in sehr guten Zustand glänzen soll.
Daneben steht das gelbe Haus (Casa Amarilla) von meinen Fotos.
Es ist im klassischen kolonial Stil erbaut. Viel wichtiger, hinter dem Haus
steht ein Stück der Berliner Mauer.
Noch weiter hinten habe ich das
Foto von dem verwunschenen Garten Bolivar aufgenommen. Leider kommt
man wirklich nicht rein.
Weiter Richtung Osten gab es noch einen Park mit vielen Staturen im
Parque Nacional zu sehen. Das große Denkmal erinnert an den
Bürgerkrieg von Costa Rica. Es ging darum, dass das Land Demokratisch
regiert werden sollte.
Danach ging ich noch mal durch die Innenstadt, machte dies und das und
habe mir das Treiben in La Sabana angeguckt, alles was unter 18 war
hatte Räder unter den Füßen. Überall gab es Heerscharen von
Skateboardern und Rollschuhfahrern.
Und schon war es um 6 und ich musste wieder ins Hotel.
Morgen geht es mit dem Bus nach Cartargo, 12km von San José entfernt.
Ursprünglich war das die Hauptstadt, wurde aber vom nahe gelegenen
Vulkan Irazú und später von zwei Erdbeben nahezu komplett zerstört.
Weil hier aber erstens eine super wichtige Kirche steht und später ein
wichtiges Kaffehandelzentrum draus wurde, wurde die Stadt immer wieder
aufgebaut.
So, langsam werde ich hier von Mücken gequält, die unbedingt an meine
Beine wollen. Deshalb gehe ich jetzt schlafen.
Grüße aus der Bar von mir und Ivan
*Paul ist der Hund, also nicht etwa der Wirt hier
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